Weitwinkel-Fotografie.

Das Weitwinkel-Objektiv ist die Linse, mit der ich am meisten arbeite. Das liegt natürlich daran, dass ich vor allem in der Landschaftsfotografie unterwegs bin und dort die Weite der Natur abbilden möchte. Dabei hilft mir, wie der Name schon sagt, ein weitwinkliges Objektiv. Das Fotografieren mit Weitwinkel birgt allerdings Gefahren - aber auch Vorteile. Warum es trotz allem meine Lieblingslinse ist, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

 

Verzerrungen.

Wenn du mit einem Weitwinkel fotografierst, musst du auf Verzerrungen an den Rändern achten. Personen, Tiere, Objekte, Gebäude, Bäume, etc. werden meistens beim weitwinkligen Objektiven an den Rändern verzerrt, das heißt gewölbt. Das ist ganz normal und muss/kann/darf/sollte in der Nachbearbeitung behoben werden. Achte einfach darauf, dass du keine wichtigen Elemente im Bildaufbau deiner Fotos ganz ganz außen an den Rändern platzierst. Auf den Drittel-Achsen ist alles gut.

 

Stürzende Linien.

Diese Gefahr hat man vor allem im Bereich der Architektur-Fotografie. Gebäude, die sich weiter von der Mitte aus befinden, haben auf den Fotos mit Weitwinkel stürzende Linien. Das bedeutet, dass die Häuser auf den Bildern entweder nach innen oder außen zu kippen scheinen. Auch dieses Problem ist 'normal' und tritt meist auf, wenn man seine Kamera stark nach unten oder oben kippt. Korrigiert werden kann es in der Nachbearbeitung, meistens jedoch wird dabei das Bild zugeschnitten. Lass' also auch hier Platz an den Rändern.

 

Vignettierung.

Viele Landschaftsfotografen nutzen für ihre Bilder die unterschiedlichsten Filter: Pol-Filter, ND- oder Graufilter und Verlaufsfilter. Die Gefahr, wenn man mehrere dieser Filter vor das Objektiv schraubt: Vignettierungen. Weil das Weitwinkel-Objektiv so weitwinklig ist, kann es durch die davor gesetzten Filter zu Randabschattungen kommen, die man später als Vignette im Bild sieht. Und das ist nicht ganz so einfach mit Lightroom zu entfernen. Daher mein Tipp: Nur die nötigsten Filter nutzen und eventuell dabei nicht auf die kleinste Brennweite gehen, sondern ein wenig ranzoomen. 

 

Größenunterschiede.

Ein spannender Vorteil von Weitwinkeln ist die Möglichkeit, dass man nahe Objekte sehr groß im Verhältnis zum Hintergrund darstellen kann. Das heißt in der Landschaftsfotografie zum Beispiel, dass man mit einem Weitwinkel-Objektiv super einen Vordergrund platzieren kann, der den Blick nach hinten leitet. Der - in Wirklichkeit nur kleine Vordergrund, wie ein Stein o.Ä. - sieht auf dem Bild dann sehr groß aus. Das führt zu spannenden Bildern.

 

Tiefenschärfe.

Der nächste Vorteil, zumindest für uns Landschaftsfotografen, die die gesamte Landschaft scharf abbilden möchten: Weitwinkel-Linsen haben eine große Tiefenschärfe. Selbst bei einer 2.8er-Blende stellt das Objektiv nicht wirklich dolle den Vordergrund vom Hintergrund frei. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man auf einer 8er-Blende gut einen Vordergrund platzieren kann und diesen genauso wie den Mittelgrund und den Hintergrund, also die gesamte Landschaft, scharf im Bild abgebildet hat.

 

Bildaufbau.

Weil das Weitwinkel-Objektiv so weinwinklig ist, passt auch vieles auf das Bild. Das hat Vorteile, kann aber auch gefährlich sein, weil das Motiv schnell zu überfrachtet werden kann. Achte daher auf einen möglichst simplen Bildaufbau und wenige Elemente im Foto. Bei Weitwinkel-Bildern versuche ich, einen möglichst prägnanten Vordergrund zu finden, der sich gut vom Rest abhebt. Und dahinter platziere ich dann die Landschaft, möglichst ohne zu viel ablenkende Bildinhalte.

 

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Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!