Suchen, finden, entdecken.

Heute soll es mal darum gehen, wie man zu coolen Fotospots gelangt, die Locations findet und in die Urlaubsplanung miteinbezieht. Für mich geht es in ein paar Wochen ins Berchtesgadener Land - ganz in den Süden Bayerns. Ich habe mir dieses Fleckchen Erde herausgesucht, weil ich immer wieder Bilder einer bestimmten Location gesehen habe: dem Hintersee. Das Motiv ist mittlerweile schon ziemlich bekannt, aber irgendwie will es jeder mal fotografiert haben: Zwei Tannen auf einem Felsen mitten im See, am besten noch mit einem farbenfrohen Sonnenuntergang oder dramatischer Nebelstimmung.

Aber - es muss ja auch noch andere coole Ort in und um Berchtesgaden geben, die vielleicht nicht so bekannt sind, aber trotzdem fotografiert werden wollen.

Natürlich gibt es die und es ist auch gar nicht so schwer, sie zu finden. Ich nutze mehrere digitale und analoge Hilfsmittel:

  • (Wander-)Karte
  • Magazine, Bücher, Zeitschriften
  • Tourismus-Informationen
  • Internet-Recherche in Foren, Blogs, Fotocommunities
  • Google Maps
  • Instagram

Ich möchte zunächst auf das letzte "Hilsmittel" eingehen, was ich aber vermutlich fast am meisten nutze: Instagram. Auch wenn es momentan Probleme mit der Reichweite(nbeschränkung) und den Algorithmen gibt - Instagram ist ein super Instrument, um wirklich coole Orte zu finden. Dazu suche ich erstmal mit dem #berchtesgaden und scrolle durch die unzähligen Beiträge und Fotos. Die, die ich interessant finde, wandern auf meine private "Gespeichert"-Liste: so kann ich sie leicht wiederfinden. Von dort aus suche ich mit den Hashtags des jeweiligen Bildes nach weiteren Bildern nach weiteren Bildern nach weiteren Bildern - und gelange so nicht nur zu unzähligen interessanten Fotos, sondern meist nach einer gewissen Zeit zu vielen coolen Bildern an weitestgehend unbekannten Plätzen. Danach schreibe ich mir die Orte raus, die mich am meiste fasziniert haben: oft eine Mischung aus Bekannt und Unbekannt. Ein weiterer Vorteil von Instagram ist, dass viele die Fotos mit Ortsangaben versehen, die ich mir gleich auf meiner Google Maps Karte einzeichne und markiere.

Dort bleibe ich dann auch meistens erstmal. Denn auf Google Maps sind einige interessante Locations als Sehenswürdigkeiten und Fotospots bereits hinterlegt. Einfach mal ein bisschen die Karte größer zoomen und das Kamera-Symbol ploppt auf. Ganz oft wurden dort auch schon Fotos hinterlegt, mit deren Hilfe man gleich weiß, ob der Ort einen anspricht oder nicht. Mit dem Street View Werkzeug lässt sich dann auch die Umgebung erkunden. Ich weiß also schon bereits bevor ich an die Location komme, wie es dort aussehen wird, in welche Richtung es sich zu fotografieren lohnt und wo die Sonne aufgeht. Gerade für letzters gibt es auch einige (kostenpflichtige) Apps (wie Photo Pills etc.), die zudem meist den Verlauf der Milchstraße für die Sternen- und Nachtfotografie mit anzeigt. Ich nutze die Apps nicht und nehme für solche Zwecke Google Maps oder Stellarium (eine Software, mit der sich Sternenbewegungen, Sternzeichen und der Verlauf der Milchstraße für jeden Tag zu jeder Uhrzeit an jedem Ort bestimmen lassen).

Ein letzter digitaler Ratgeber ist Google. Ich recherchiere damit verschiedene Foren, Blogs oder Fotocommunities und schaue mir dort Bilder an. Die jeweiligen Autoren schreiben oftmals gleich den Entstehungsort dazu und die Einstellungen, mit denen die Bilder geschossen wurden. Wenn nicht, überlege ich mir diese Dinge selbst: Dabei lerne ich und mache mir gleichzeitig Gedanken, wie meine eigenen Bilder wohl entstehen könnten und welche Einstellungen ich wohl treffen werde. Gerade durch die Online-Recherche kann man viele interessante Dinge abschauen und anwenden.

Von den digitalen Hilfsmitteln springe ich dann meist zu den analogen Werkzeugen. Allerdings auch wieder mit Hilfe des Internets ;-) Ich besuche online die Website der jeweiligen Tourismus-Information. Da gibt es oftmals nicht nur interessante Tipps und Tricks - sondern meist auch gratis Kataloge, Karten und Broschüren zu der Gegend. Und genau die fordere ich dann an. Dort findet man fast immer typische Touristen-Attraktionen, Museen und Tipps für Familien - aber auch immer wieder interessante Orte und Motive, die es sich zu fotografieren lohnt.

Das mit beste an diesen Webseiten und dem gratis Material sind die analogen Karten, die angefordert werden können. Es ist nicht nur praktisch vor Ort etwas in der Hand zu haben (außer dem Handy bzw. wenn es keinen Empfang gibt), sondern ich kann dort auch meine Fotospots eintragen, die ich besuchen möchte. Dadurch weiß ich dann auch, welche Distanzen ich zurücklegen muss, was ich wie verbinden kann und was ich wohl am geschicktesten an welchem Tag unternehme. Orientierung und Planung ist nämlich immer gut.

Ganz klassisch schaue ich auch noch in Magazine, Bücher und Zeitschriften - egal ob ein Fotomagazin am nächsten Kisok, das gerade mein Urlaubsziel vorstellt, ein Reiseführer oder Bildbände, in die ich Blicke rein werfen kann. Gedrucktes Material hat noch nie geschadet.

 

Nach dem Suchen geht es anschließend zum Planen. Welche Locations kann ich an einem Tag machen? Wieviel Zeit plane ich für welchen Ort, aber auch für den Fahrtweg ein? Gehe ich an den Spot lieber zum Sonnenauf- oder -untergang? Was mache ich in der Mittagszeit`? Wo fotografiere ich zum Sonnenuntergang? Kann ich an dieser Location die Milchstraße fotografieren? Wie verbinde ich die Locations, wie komme ich dort hin?

Nach all diesen Fragen erstelle ich mir tatsächlich eine Art Zeitplan und trage ein, wann ich was wo und wie machen möchte. Natürlich ist klar, dass alles vom Wetter und dem Licht abhängig ist - aber ich habe den optimal abgestimmten Plan bei mir, den ich meist auch bei Regenwetter umsetzen kann oder auch abends an einem coolen Ort bin, wenn es keinen epischen Sonnenuntergang gibt. Für einen Fotourlaub habe ich meist nur ein paar wenige (4) Tage und ich möchte so viel wie möglich zu den bestmöglichsten Bedingungen fotografieren. Das geht fast immer nur mit (wenn auch nur ein bisschen) Planung.

Mindestens genauso wichtig ist auch, einzuplanen, wie ich an einen Ort komme und wieviel Zeit ich dafür benötige. Wäre ja schade, den Sonnenaufgang zu verpassen, weil ich zu lange fahren und laufen muss.

 

Die Planung wird immer wieder überarbeitet, bis es dann wirklich soweit ist. Dann heißt es: entdecken und fotografieren! ;-)

 

Wie plant ihr eure Entdeckungstour zu neuen Foto-Orten? Lasst es mich in den Kommentaren wissen! :-)

 

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Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!