So fotografierst du (im) Nebel.

Als Landschaftsfotograf kann man nicht nur "gutes Wetter" haben - nicht immer sind spektakuläre Sonnenaufgänge, goldenes Abendlicht oder blauer Himmel mit Schäfchenwolken zu sehen. Regen, dichte Wolken und Nebel fallen oftmals bei uns Fotografen durch. Doch Nebel ist mindestens genauso spannend wie ein bunt gefärbter Himmel - allerdings auch schwieriger, festzuhalten und auf den Kamerachip zu bannen. Im Elbsandstein hatte ich das Glück - oder Pech, wie man es nimmt: Nebelstimmung.

 

Die Bastei im Nebelkleid.

Vor einigen Wochen war ich in der Sächsischen Schweiz fotografieren. Das Wetter sollte zwar nicht berauschend werden, allerdings waren für einen Morgen 30 Sonnenminuten angekündigt. Die habe ich nicht gesehen. Egal - ich wollte es versuchen, denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Die Bastei ist sehr einfach zu erreichen, man kann vor dem Basteihotel parken und erreicht dann in zehn Minuten die bekannte Brücke ebenso wie den Aussichtspunkt, von der sie sich fotografieren lässt. Dorthin bin ich zuerst gegangen. Den klassischen Blick hat man vom Ferdinandstein - morgens leuchtet die Sonne nach ihrem Aufgang die Bastei an... zumindest, wenn sie scheint.

 

Das große Aber in der Landschaftsfotografie hängt nun einmal am Wetter. Und das zeigte sich nicht von seiner gütigen Seite. Der Wetterfotografiegott hatte mit mir allerdings wohl doch ein wenig Mitleid und schickte morgendlichen Nebel ins Basteigebiet. In der blauen Stunde lichtete ich dann die unzähligen Sandsteinformationen und die Basteibrücke ab. Und das auch noch während immer wiederkommender Regengüsse - angenehm ist anders!

 

(Im) Nebel fotografieren.

Nebel entsteht dort, wo es feucht ist. Wo es Flüsse, Seen und Meere gibt, dort kann auch Wasser in kondensieren. Zudem braucht es Temperaturunterschiede zur Entstehung von Nebel. Im Herbst oder Frühjahr komm Nebel daher oft vor. Tagsüber muss das Wasser verdunsten, abends und nachts kühlt es ab und kondensiert. Auch nach sommerlichen Regengüssen und Temperaturstürzen kann sich Nebel bilden. Dann muss es schnell gehen: Vor allem morgens und abends kann sich der Nebel durch Temperaturunterschiede und Kondensation bilden.

Um zu fotografieren in den frühen und späten Stunden brauchst du ein Stativ, damit die Bilder nicht verwackeln. Da Nebel nichts anderes als Wassertröpfchen ist, solltest du auf trockene Mikorfasertücher o.Ä. achten, um Kamera und Linse zu trocknen. Wie setzt du Nebel am besten in Szene? Mit Kontrasten! Du brauchst Motive, die sich vom Nebel abheben. Beispielsweise Architektur, die durch den Nebel hindurchsticht oder Felsformationen, um die der Nebel zieht. Belichte etwas über, um die Tiefen und dunklen Stellen im Bild nicht komplett absaufen zu lassen. Der Nebel selbst ist eh diffus und hat keine Struktur, kann daher auch für die Nachbearbeitung etwas heller sein. Vermeide einen Blitz, belichte lieber länger auf dem Stativ. Dazu solltest du von einer Standardblendenzahl (um 8) ausgehen und lieber ein wenig offenblendiger fotografieren, um Licht auf den Sensor zu lassen. Fokussiere manuell auf einen harten Kontrast.

Wenn du Glück hast, bricht durch den Nebel auch noch Sonnenlicht und taucht die Szenerie in einen goldenen Schein.

 

 

Hier eine kleine Zusammenfassung. So fotografierst du (im) Nebel - die Quick-Tipps:

  • minimal überbelichten
  • Langzeitbelichtung für Nebelmeer
  • Kontraste suchen
  • Licht einbinden
  • etwas kleinere bis Standard-Blende
  • Mikrofasertücher zum Abwischen der Linse
  • Stativ
  • kein Blitz
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Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!