DIE Mondfinsternis 2018.

(c) Niklas Batsch
(c) Niklas Batsch

Am 27. Juli 2018 war es also soweit. DIE Mondfinsternis schlechthin sollte es geben. Tags davor habe ich mein Equipment gerichtet und mir Gedanken gemacht, was für ein Bild ich davon mitnehmen wollte. Planung ist ja das A und O - wird doch immer gesagt. Das stimmt auch, aber so eine Planung kann sehr schnell über den Haufen geworfen werden. Und das ganz unfreiwillig...

 

20:00 Uhr. Ich richte mich an meiner Foto-Location (höchst professionell habe ich mich für meinen eigenen Garten entschieden ^^) ein und baue auf.

 

20:30 Uhr. Alles an Ort und Stelle, alles gerichtet, alles bereit. Mond, du kannst kommen!

 

21:02 Uhr. Oder auch nicht? Dicke Wolken hängen dort, wo der Mond eigentlich sein sollte. Ich beginne zu fluchen und checke den Himmel ab. Es tauchen weitere Wolken auf. Und noch mehr. Und noch mehr!

 

21:35 Uhr. Das Spektakel ist eigentlich voll im Gange. Erste Fotos tauchen auf Facebook und in Instagram Stories auf. Dazu Kommentare, die genauso wie ich fluchen, was diese Wolken jetzt plötzlich sollen.

 

22:10 Uhr. Ich sehe immer noch nichts. Die Hoffnung stirbt jedoch bekanntlich zuletzt...

 

22:22 Uhr. Jetzt soll der Höhepunkt im Südschwarzwald sein. Ich gucke in den Himmel. Nichts. Völlig verzweifelt gehe ich auf den Balkon. Jetzt stehe ich drei Meter höher - sehen kann ich immer noch nichts.

 

22:51 Uhr. Es ist soweit. Ein leicht roter Schimmer erhebt sich über der Wolkenkante. Euphorisiert renne ich zur Kamera und drücke ab.

 

22:52 Uhr. Das Bild: schwarz. Der Blutmond ist nach nicht einmal vier Sekunden wieder hinter den Wolken veschwunden.

 

22:59 Uhr. Es geht los. Aber jetzt wirklich. Der Blutmond erscheint in seiner vollen Größe (ich hatte ihn mir größer vorgestellt) und schimmert ... blutrot! (Ich hatte ihn mir leuchtender vorgestellt, aber das ist jetzt auch egal. Ich fotografiere.)

 

23:35 Uhr. Der Mond ist mittlerweile längst wieder aus dem Kernschatten raus. Ich fotografiere noch weiter bis viertel vor eins in der Nacht. Ich habe mein bestimmtes Bild im Kopf!

 

Die Photoshop-Alternative.
Die Photoshop-Alternative.

Nächster Tag. Ich gucke meine Ergebnisse an und merke, dass mein Tele wie erwartet nicht lichtstark genug war. Das Fokussieren war unfassbar schwierig und durch die fehlende Lichtstärke fehlt es nun auch an Schärfe und dem gewissen "Knack" im Bild. Ein Foto, auf dem nur groß der Blutmond zu sehen ist - das wird es nicht geben.

Also greift Alternative zwei: Ein Composing - mein allererstes dieser Art. Dafür habe ich mir, als Abo-Verweigerer, die Photoshop-Alternative Affinity Photo zugelegt. Was sie taugt, werde ich noch herausfinden müssen. Für den ersten Versuch bin ich mit dem Bruder von Adobe allerdings überraschend gut klargekommen.

 

Wie ist das Bild oben entstanden?
Relativ schnell zu erkennen ist, dass die einzelnen Mond-Phasen natürlich in das Gesamtbild eingebaut sind. Es ist ein bewusstes Composing, das die Stadien der Mondfinsternis zeigt. Dafür habe ich zunächst mir ein paar Mond-Fotos rausgesucht und diese in Lightroom 6 optimiert. Von dort aus wanderten sie in Affinity. Dort wurden sie ausmaskiert und anschließend in das Hintergrundbild eingefügt. Das war ein bisschen Arbeit und hat seine Zeit gedauert und ist auch sicherlich nicht perfekt geworden - aber für einen allerersten Versuch dieser Art bin ich doch schon zufrieden.

 

Ein Bild aus sieben Aufnahmen.
Ein Bild aus sieben Aufnahmen.

So entsteht also ein Mondfinsternis-Composing. Ich finde, es bietet sich bei diesem Ereignis sehr gut an, ein derartiges Composing (was sich ja von anderen Composings, die unterschiedliche Landschaften zusammenbasteln, unterscheidet) anzufertigen.

Aber keine Angst: Ich bin eigentlich, wie bereits im Blogbeitrag zur "Ethikfrage der Fotografie" erklärt, kein Freund dieser Werke. Es passt eigentlich nicht zu meinem Fotografie-Verständnis und wird in der Regel auch nicht (mehr) vorkommen.
Hier hat es allerdings gut gepasst - und hebt sich vielleicht von den anderen Blutmond- und Mondfinsternis-Bildern ab?

 

Aber was meint ihr? Was haltet ihr von diesem Bild und habt ihr auch die Mondfinsternis und den Blutmond beobachten oder sogar fotografieren können? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen! ;-)

 

 

Kommentare: 2
  • #2

    Niklas (Samstag, 29 September 2018 22:10)

    @ Kaja
    ========

    Hey Kaja, das freut mich natürlich :D
    Also ich nutze ja eigentlich sehr selten Photoshop und Co. - hierfür braucht man so was natürlich. Und da ich kein Abo-Fan bin, kam Affinity gerade richtig. Bin ziemlich zufrieden, habe es aber auch nicht komplett durchgetestet. Für die (vor ein paar Monaten) 50€ kann man aber nichts falsch machen. Ich würde sagen, dass es wie PS funktioniert und aussieht, aber wahrscheinlich ein paar weniger Funktionen hat. Aber das Wichtige ist schon drin.
    LG Niklas

  • #1

    Kaja (Samstag, 29 September 2018 22:01)

    Ganz ehrlich - ich finde Alternative 2 sogar besser als den Ursprungsplan! :D Das Foto sieht toll aus, es könnte glatt in einem Geographie-Buch abgedruckt sein oder so. ^^
    Und jah, ich hab die Mondfinsternis auch gesehen ... Oder es zumindest versucht. Ich hatte letztes Semester eine Vorlesung zu Himmelskunde und hatte danach wohl irgendwie ein bisschen zu hohe Erwartungen. ^^ Der Mond war viel kleiner, blasser und irgendwie matschiger, als ich gedacht hatte. Und außerdem stand er kaum sichtbar hinter einem Häuserdach. Da hast du deinen Garten auf jeden Fall schlauer gewählt! :D

    Ah, und interessant, dass du auch gegen das blöde CC-Abo bist. Ich hab ja zum Glück noch CS 6, aber ich frag mich auch schon, was ich machen soll, wenn die Version mal veraltet ist ... :/ Ist Affinity Photo denn immer noch gut? Ich kenne nur Leute, die statt Photoshop Gimp benutzen. ^^

Fotografie spüren. | Niklas Batsch

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