Lost Place Schokoladenfabrik.

Am Rand des Schwarzwalds liegt eine alte, verlassene Fabrik. Früher wurden auf dem Gelände unzählige Schokoladen hergestellt. Formen von Osterhasen und -eiern, sowie Nikoläusen und kleinen Tafeln zeugen von der ehemaligen Produktion. In diesem Blogbeitrag nehme ich euch mit in die heruntergekommene Schokoladenfabrik.

 

Die traurige Geschichte der Schokoladenfabrik.

Ein paar wenige Zeugnisse vor Ort und Informationen im Internet lassen sich  über die Schokoladenfabrik finden. Anscheinend, auch wenn das nirgendwo konkret bestätigt ist, wurde die Fabrik im Jahr 1936 gegründet bzw. offiziell beim Handelsregister angemeldet. Damals war sie noch als "Kakao-Schokolade- und Süßwarenfabrik" gemeldet. Den konkreten Namen des Produktionsortes sowie den Besitzer der Fabrik werde ich in diesem Blogbeitrag nicht nennen, um den Ort zu schützen. Mit ein wenig Recherche kann man aber beides finden. Die Fabrik erlebte aufgrund des zweiten Weltkriegs immer wieder Höhen und Tiefen. Bis zu 90 Mitarbeiter produzierten an diesem kleinen Standort Süßigkeiten. Und das war auch eines der Hauptprobleme...

 

Die Schokoladenfabrik konnte sich nie gegen größere Konkurrenten durchsetzen. Daher war sie auch nie profitabel genug und machte viele Jahre über Schulden, sodass sie im Jahr 1992 schließen musste. In den Jahren danach begann die Natur, sich die Halle zurückzuerobern. Hinzu kommen einige mutwillige Zerstörungen, die die Fabrik immer kaputter machten. Doch bis vor wenige Jahre bewohnte die mittlerweile über 80 Jahre alte und hochverschuldete Tochter des Gründers noch das angrenzende Gebäude. Auch das steht mittlerweile leer und gleicht einer Messi-Wohnung.

 

Fotografieren in der Schokofabrik.

Anders als beispielsweise das Hunters Hotel oder das Schwesternhotel ist die verlassene Schokoladenfabrik in keinem guten Zustand mehr. Das Dach der Produktionshalle ist eingestürzt und überall tropft das Wasser von den Decken. Dennoch macht das Gebäude einen relativ stabilen Eindruck, zumindest was das Erdgeschoss und das erste Stockwerk angeht.

Die Fabrik ist außerdem sehr zugemüllt, die Motive muss man also wirklich suchen. Man merkt, dass hier auch immer wieder Personen aus dem nahegelegenen Dorf den Ort als Zuflucht nutzen. Und man merkt, dass die Fabrik bei Fotografen beliebt ist. An vielen Motiven findet man bereits perfekte drapierte Vordergründe - zum Beispiel Schokoladenformen oder Verpackungen.

Die Halle ist insgesamt überraschend dunkel. Sowohl auf den Bildern, die ich kenne, als auch auf meinen Fotos kommt der Ort und die Motive deutlich heller rüber als man denkt. Das liegt daran, dass die meisten Bilder bei einer Belichtungszeit zwischen 20 und 30 Sekunden entstanden sind!

 

Im Gegensatz zu anderen Lost Places lohnen sich bei der Schokoladenfabrik vor allem nahe Bilder und Motive. Das kann man beispielsweise mit einem leichten Tele machen und sich so ein Detail herauspicken - oder mit einem Weitwinkel und nah rangehen. So habe ich fotografiert. Dabei ist das kleine Detail dann sehr groß und nah im Bild und der Raum dahinter unscharf, aber dennoch zu erkennen.

Läuft man mit offenen Augen durch die Fabrik, dann findet man noch einige schöne Details, auch wenn vieles andere sehr heruntergekommen ist. Schokoladenformen, Verpackungsmaterial, Bücher und Notizen und sogar noch die Papierverpackungen der Schokoladentafeln, auf denen der Hersteller, die Geschmacksrichtung und die Grammangabe zu lesen ist. Dieses Motiv zeige ich hier jedoch nicht - damit der Ort nicht sofort offensichtlich ist.

Das angrenzende Wohnhaus lohnt sich meiner Meinung nach weniger, da es sehr zugemüllt ist und weniger interessante Motive bietet.

 

Der Autofriedhof.

Vor Ort findet man jedoch noch einen weiteren Lost Place - quasi als Dreingabe: ein kleiner Autofriedhof. Fünf alte Wagen, teilweise schon sehr zerfallen und kaputt, teilweise noch richtig fotogen, finden sich in den umliegenden Garagen. Dabei wachsen schon Moos und andere Pflanzen aus den Fahrzeugen und über die Fahrzeuge. Klasse Motive!

 

Es lohnt sich dabei, die Autos sowohl weitwinklig als Ganzes abzulichten, als auch mal näher ranzugehen und auf Details zu achten. Auch die Perspektive macht's. Geht man zum Beispiel mit der Kamera nah an den Boden, wirken die Vehikel deutlich mächtiger und größer.

Nach dem Fotografieren in der Schokoladenfabrik sind diese Motive wirklich nochmal etwas erfrischend anderes! Super, dass man sie direkt daneben findet.

Kommentare: 0

Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!