Lost Place: Der verlassene Bauernhof.

Heute möchte ich euch an einen Ort führen, der im Südschwarzwald liegt. Ein alter, verlassener und vergessener Bauernhof, der einige Jahre auf seinem Buckel hat. Ich hatte das große Glück, dieses Gebäude mit der offiziellen Erlaubnis der Besitzer fotografieren zu dürfen. Auch wenn das Gebäude schon weitestgehend leersteht, finde ich es immer wieder spannend, wie unterschiedlich Lost Places doch sein können. Und so ist auch dieses Bauernhaus ganz anders als der Schimmelpalast, das Hunters Hotel, das Schwesternhotel, der Autofriedhof oder die Schokofabrik.

 

Die Geschichte des Bauernhauses.

Tatsächlich ist die Geschichte hinter diesem Hof recht unspektakulär. Der Hof hat verschiedenen Familien gehört, die ihn nach und nach gestaltet und bewohnt haben. Er liegt irgendwo im Südschwarzwald in fast schon toskanischen Gefilden. Es gibt ein zweistöckiges Haus, einen Innenhof sowie Stallungen, einen Heuboden und viele kleinere Räume, die um das Wohngebäude verteilt sind. Außerdem hat man vom Garten aus einen Blick auf das Haus, das im Sommerlicht fast schon idyllisch wirkt. Das seht ihr aber weiter unten.

 

Aus fotografischer Sicht haben mir vor allem der Innenhof mit den Stallungen gefallen. Hier liegen noch verschiedene Utensilien und Werkzeuge aus vergangenen Zeiten, die zeigen, wie gearbeitet und gelebt wurde. Sie hauchen dem Ort noch die letzte Menschlichkeit ein.

 

Fotografisch durch den Bauernhof.

Beim genauen Hinschauen konnte ich noch einige interessante Motive entdecken, die ich unbedingt festhalten musste. So haben mir die Wagenräder, das alte Kanu und die letzte Maschinen, die hier und da noch verteilt stehen, gut gefallen, sodass ich sie einfach in Szene setzen musste.

Über eine alte Holzleiter konnte man auch noch den Heuboden erreichen. Das war jedoch keine einfache Kraxelei, da sowohl die Leiter als auch der Holzboden keinen stabilen Eindruck mehr gemacht haben. Da musste ich dann ein wenig die Steinmauern nutzen.

 

Eines meiner Lieblingsmotiven ist aber "der geheime Raum" - der gar kein Raum ist. Die Bewohner haben eine Tür über fehlende Holzbalken in der Decke gelegt, um so das entstandene Loch zu schließen. Aufgrund der nahen Holzleiter und der gewählten Perspektive (direkt unter der Tür nach oben fotografiert), erzeugt das Bild einen ganz besonderen und verwirrenden Look, da man als Betrachter zunächst gar nicht einordnen kann, wo man sich selbst befindet und wo die Tür liegt. In einer Wand? Auf dem Kopf? In der Decke? Die Leiter, die quer ins Bild führt, verstärkt dieses Skurrile, wie ich finde.

 

Die Wohungen selbst sind im Vergleich zu den vorigen Räumen dann eher "langweilig". Hier merkt man einfach, dass die Besitzer versucht haben, das Gebäude zu renovieren. Nur noch wenige Flecken zeugen von vorigem Leben in den Zimmern. Dennoch habe ich ein paar interessante Stellen gefunden, die ich unbedingt festhalten musste. Gerade das "schwarze Zimmer" mit der Holzleiter ist meiner Meinung nach ein wirklich starkes Motiv!

 

Geht man durch das Holztor vom Innenhof in den Garten, so hat man nochmal einen ganz anderen Blick auf das Gebäude. Draußen wachsen sogar noch einige Blumen, es grünt und so musste ich einfach noch ein paar idyllische Bilder schießen. Hier hilft eine kleine Blendenzahl, um durch Unschärfe die Blüten und Blätter in den Vordergrund zu platzieren und das Motiv einzurahmen.

 

Im Vergleich zu den sonst düsteren und melancholischen "Vintage"-Looks, die ich gerne bei Lost Places nutze, finde ich hier draußen die warmen und bunten Farben viel besser geeignet. So zeigt sich der Lost Place doch nochmal in einem ganz anderen Licht.

 

Ein winziges Video habe ich auch noch erstellt, sodass ihr euch anhand von Bewegtbildern noch einen zusätzlichen Eindruck vom vergessenen Bauernhof machen könnt!

 

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Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!