Klick, druck, guck! - oder: Fotos mit einer Sofortbildkamera.

(c) Niklas Batsch
(c) Niklas Batsch

Sofortbildkamera a la Polaroid, Fujifilm etc. - veraltet oder cool? Ich persönlich mag den Retro-Look dieser Bilder und noch mehr mag ich den Entstehungsprozess der Fotos. Dieser Moment nach dem Abdrücken ist fast noch besser als das Foto zu schießen. Darauf zu warten, dass der Druckprozess beginnt und das kleine weiße Kärtchen aus dem Schlitz gefahren kommt fühlt sich einfach totol spannend an. Vor allem dann, wenn man darauf wartet, dass das Foto sich entwickelt: Dass die Farben satter werden, die Konturen entstehen und aus einer weißen Fläche ein Foto wird.

In diesem Blogbeitrag soll es darum gehen, welche Vor- und Nachteile eine Sofortbildkamera hat, Tipps und Tricks für die Arbeit mit einer dieser Kameras und auch, was man schlussendlich mit den (vielen) kleinen Bildern machen kann.

 

Die Vor- und Nachteile einer Sofortbildkamera lassen sich schnell herunterbrechen: Denn sie ergänzen sich! Einer der allergrößten Nachteile: Eine Sofortbildkamera kostet Geld. Und damit meine ich nicht den Einkaufspreis der Kamera selbst, sondern vor allem das Geld, das man für die Bilder ausgeben wird. Die meisten Sofortbildkameras haben ein Kassettenfach, in das man - welch' Wunder - eine Film/Bild-Kassette a 10 Bildern schiebt. So eine Kassette kostet je nach Anbieter irgendetwas zwischen 10 und 20 Euro. Das heißt: Das einzelne Bild ist ganz schön teuer - im Vergleich zu Handy-/Kompakt-/Spiegelreflex-/System-Kamera-Fotos.
Hier greift auch der größte Vorteil: Man ist bedacht, keine Ausschuss-Bilder zu erzeugen. Man weiß, dass alle Bilder Geld kosten - und dass jedes Bild daher eigentlich "perfekt" sein muss. Daraus resultiert meiner Meinung nach ein weiterer Vorteil: Man beginnt, (noch) bewusster zu fotografieren. Man entscheidet sich und überlegt von was und wie man ein Foto machen möchte.  Ich hatte meine Sofortbildkamera das erste Mal in Berchtesgaden dabei. Mit zwei Filmkassetten a 10 Fotos. Geschossen habe ich 15 Fotos. Davon sind mir drei missglückt: eines ist völlig unbrauchbar und den anderen beiden fehlt es zum einen an Schärfe, zum anderen haben die Bildteile zu hohe Kontraste.

 

Damit möchte ich euch auch gleich ein, zwei Tipps zum Fotografieren mit einer Sofortbildkamera geben. Ganz wichtig: Erwartet keine bunten Farben oder eine hohe Dynamik! Die Bilder haben einen besonderen Retro-Look, einen Vintage-Style, der leicht bläulich/grünlich gefärbt ist. Deshalb lohnt es sich auch nicht Sonnenauf- oder -untergänge zu fotografieren. Diese werden logischerweise nie so abgebildet werden wie das bei einer digitalen Kamera der Fall ist. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass das Mittagslicht gut geeignet ist: Hier sind die blauen Farben am Himmel am stärksten. Aber Achtung: Versucht einen Bildausschnitt zu wählen (wenn es um Landschaften geht), der keine zu starken Kontraste aufweist. Denn damit können die Sofortbildkamera nicht gut umgehen und der Himmel wird ausbrennen - wie bei einer digitalen Kamera auch. Deshalb verwenden wir dort ja auch Verlaufsfilter ;-)
Macht außerdem nicht den Fehler in der blauen Stunde  oder nach Sonnenuntergang zu fotografieren: Die Kamera kann sehr dunkle Bereiche bzw. abends und in der Nacht die Fotos natürlich nicht aufhellen!

Viele Sofortbildkamera besitzen verschiedene Modi. Meine Fujifilm instax mini 90 hat beispielweise neben einem Makromodus, Selbstauslöser, Stativkopf, Blitz, Portrait, etc. auch einen Landschaftsfotografie-Modus. Dieser holt ein wenig mehr Farben aus den Bildern heraus und zeigt etwas mehr Dynamikumfang. Außerdem ist ein größerer Bildausschnitt (Standard: 50mm) mit 35mm möglich.

Generell kann man sagen, dass Sofortbildkamera nicht für Landschaftsfotos speziell ausgelegt sind (s.o.) - was vor allem am geringeren Dynamikumfang, den Problemen mit Kontrasten und hellem ausgebranntem Himmel liegt. Landschaftsfotos werden daher auch keine bunte Farben haben, sondern im eher kalten Vintag/Retro Look abgebildet.

Die verschiedenen Modi sind auf jeden Fall cool, um einige Dinge mit der Kamera auszuprobieren - denkt aber dran: bewusst fotografieren, sonst geht das Ganze sehr schnell ins Geld ;-)

Ein genereller Tipp, wenn ihr den Auslöser-Knopf gedrückt habt: Gebt dem Bild Zeit (3-5 Minuten) zum Entwickeln. Am besten nicht in direktes Sonnenlicht halten und nicht schütteln/wackeln. Lieber in Ruhe liegen lassen, im Schatten, bei normalem Tageslicht (auch nicht speziell vor Licht schützen, also keine Dunkelkammer besorgen ;-) das "Standard"-Licht ohne direkte UV-Einstrahlung ist immer noch das beste!).

 

Und hinterher? Nach so einem Urlaub kann es gut sein, mit über 20 Instax-Bildern nach Hause zu kommen. Was macht man nun damit? In einen Ordner heften? In eine Box legen? Verstauben lassen?

Ich habe mir von Thomas Windisch eine coole Methode abgeguckt: der DIY-Instax-Bilderrahmen. Für meine Berchtesgaden-Bilder habe ich eine kostenlose Wanderkarte im Tourismus-Shop angefordert und diese auf die Maße 40x50cm zugeschnitten. Dazu habe ich mir einen alten Vintage-Holzrahmen besorgt und die Instax-Bilder an die Stellen auf die Karte geklebt, an denen ich sie aufgenommen habe. So ein Bilderrahmen mit Landkarte und Ortkennzeichnung mitsamt der Fotos finde ich eine coole Idee, um die Sofortbilder aufzuheben. Sie verstauben nicht in irgendeinem Karton auf dem Dachboden oder bleichen in einem Ordner aus und werden dort eh nicht wieder angeschaut - vielmehr werden sie zu einem kleinen Kunstwerk hinter Glas, das einen schönen Gesamteindruck gibt, gleichzeitig wenig Platz wegnimmt und die Bilder gut aufbewahrt.

 

Schlussendlich muss jeder selbst wissen, ob eine Sofortbildkamera etwas für einen ist oder nicht. Ob man für die einzelnen Fotos tatsächlich "so viel" Geld ausgeben möchte, ob man einzelne Bilder in der Hand haben möchte, sie irgendwo unterbringen und nicht verroten lassen will...
Ich für mich habe entschieden, dass ich meine Instax-Kamera ausschließlich zu besonderen Zwecken verwende: Also bei Foto-Trips oder im Urlaub an besonderen Locations, an den Hot-Spots oder an den Orten, an die ich mich gerne zurück erinnern möchte. Nicht einfach so für den täglichen Gebrauch. Und dann nimmt man eben nur eine oder maximal zwei Kassetten mit und ist in seinen Aufnahmen beschränkt - kann sie dafür aber bewusst einsetzen und wirklich nur die Ergebnisse erzielen, die einem wichtig sind. ;-)

 

Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, was ihr zu Sofortbildkameras sagt. Cool oder eher altbacken? Geldverschwendung oder die besondere Erinnerung? Ich bin gespannt :-)

 

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Kommentare: 2
  • #1

    hape (Mittwoch, 25 April 2018 11:36)

    Ich bin bekennender Fan der Instax Fotos. Genau wie beschrieben, braucht es etwa Übung und auch den einen oder anderen Ausschuss, bis man zufrieden ist. Aber das Fotografieren wird wieder bewusster und man kommt wieder etwas back to the roots (wie auch bei Negativ-Filmen).
    Tolle Fotos auf deine Seite.
    Grüßle und viel Spaß weiterhin.

  • #2

    Kaja (Samstag, 26 Mai 2018 22:40)

    Also, ich schließe mich da an - Sofortbildkameras sind super! :D Klar, der hohe Preis pro Bild ist erst mal abschreckend; aber es ist doch auch schön, wenn jedes Foto plötzlich wieder so wertvoll ist. Und außerdem kann man mit Polaroidfotos so witzige Experimente machen, wie sie beim Entwickeln zu zerkratzen oder mit verschiedenen Temperaturen herumzuspielen. ^^

    Aah, und die Idee mit der eingerahmten Karte ist ja mal echt genial!! :D

Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!