Jahresrückblick 2020.

Was war das für ein komisches Jahr 2020? Zwischen den Jahren findet ihr überall Jahresrückblicke. Und so einen soll es auch heute bei mir geben. Wie schon in den letzten Jahren möchte ich in diesem Blogbeitrag kurz die Zeit nutzen und zurückblicken auf ein doch recht spannendes und ungewöhnliches Jahr.  Lehnt euch zurück, schaut euch nochmal ein paar der Top-Bilder des vergangenen Jahres an und seht, was 2020 so passiert ist.

 

Perfekter Jahresbeginn: Wetterfoto des Monats.

Das Jahr hätte für mich persönlich gar nicht besser beginnen können. Im Februar hatte es im Schwarzwald nochmal so richtig geschneit und es war klar, dass ich diese paar Tage nutzen musste, um Schneebilder zu schießen - das war in den vergangenen Jahren gar nicht mal sooo einfach, wenn man nicht unbedingt auf den Tourismus-Feldberg wandern wollte. Zwar war auch der Schauinsland gut besucht (aber eher von Einheimischen), zum Sonnenuntergang hatte ich einen Abend aber quasi fast allein für mich. Und dort ist auch das Bild entstanden, was ihr unten seht.

Im März wurde es vom SWR zum Wetterfoto des Monats gekürt, was mich extrem gefreut hat. Bereits 2019 konnte ein anderes Bild von mit Wetterfoto des Monats beim SWR werden und fast genau ein Jahr später haben es dann die Buchen auf dem Schauinsland zu dieser Auszeichnung geschafft. Doch bereits im März, als es zum gemeinsamen TV-Beitrag auf den Freiburger Hausberg ging, hatte Corona uns schon im Griff. Über Ansteckung mussten zumindest Moderator Michael Kögel und ich uns keine Gedanken machen - mögliche Viren wurden an diesem Tag von einem heftigen Schnee- und Eis-Sturm meilenweit weggepustet! ;-)

 

Lost Places statt Landschaften.

Und dann begann auch schon die erste Corona-Phase... Statt wie bisher spannende Landschaften zu entdecken und den Schwarzwald unsicher zu machen, habe ich mich im Frühjahr auf meine zweite Leidenschaft, die Lost-Place-Fotografie, fokussiert. Der Vorteil: Keine anderen Menschen, kein Abstand, einfach pure Fotografie. Der Nachteil: Sehr viel Recherche-Arbeit im Vorfeld. Dennoch war ich in diesem Jahr sogar an fünf Lost Places: ich habe das Schwesternhotel erkundet, bin durch die Schokoladenfabrik geschlichen, habe einen Autofriedhof entdeckt, ein altes Bauernhaus fotografiert und im Herbst in der Pfalz einen NATO-Bunker in völliger Finsternis betreten.

Zu allen Lost Places gibt's übrigens Blogbeiträge. Ihr könnt also die Geschichten dieser Örtlichkeiten mit spannenden Fotos nacherleben. Besonders die Schokoladenfabrik mit dem Besitzerhaus daneben hat mir gut gefallen. Dort habe ich dann auch meine ersten LP-Autos fotografiert. Weil ich davon nicht genug haben konnte, habe ich nach extrem langer Recherche-Arbeit einen Autofriedhof lokalisieren können. Das Besondere: Nur wenige Lost Place-Fotografen kennen diesen Friedhof bisher, weshalb es auch nur wenige Fotos von dort gibt.

 

Fotografieren im Lockdown.

Es kam wie es kommen musste: #stayhome, #staysafe war angesagt. Doch was macht man als Landschaftsfotograf, wenn man nicht mehr unterwegs sein durfte/sollte? Man brachte sich die Landschaften nach Hause! Und so habe ich mir, inspiriert durch Instagram, die schönsten Landschaften der Welt ins Wohnzimmer geholt.... also... nachgebaut! Mit Haushaltsmitteln! Dinge, die eh jeder zu Hause irgendwo hat. Und dann habe ich meine ganz besonderen Landschaften fotografiert.

Ob das der Great Canyon war oder der Schwarzwald. Ob Island oder am Amazonas - ich hatte sie alle! Wie man diese kleinen netten Foto-Ideen und spielerischen Aufgaben übrigens baut bzw. in Szene setzt, habe ich euch ausführlich hier erklärt. Ein perfektes Foto-Abenteuer für die ganze Familie. :-)
Und das beste daran: Das lässt sich unendlich oft wiederholen. Man muss sich nur neue Ideen für neue Landschaften oder Orte rund um die Welt überlegen. Und da unsere Erde so einige interessante Flecken zu bieten hat, werden euch die Motive schon nicht so schnell ausgehen.

 

Meine erste Milchstraße.

Der Sommer hatte dann ein weiteres Highlight: die Milchstraße. Ich hatte mich an dieses Objekt ja schonmal in meiner MFT-Zeit gewagt, musste aber schnell einsehen, dass der kleine MFT-Sensor für die große Milchstraße dann doch nicht wirklich ausreichend war. Umso erstaunter war ich dann, als ich auf meiner Sony A7III das erste Mal die vielen hellen Sterne sah: Ohhhhh, ahhhhhh! Ein ganz besonderer Moment in der sommerlichen Nacht, den ich sicherlich so schnell nicht mehr vergessen werde.

Und dann war ich auch wirklich angefixt. Gleich an drei Monaten, als es die perfekten Konstellationen hatte, ging ich in der Nacht auf Tour, um die Milchstraße einzufangen. Die ersten Bilder haben mich positiv überrascht. Aber wie so oft bei der Fotografie ist es noch ein weiter Weg bis zum perfekten Foto. Ich freue mich jedenfalls auf den Sommer 2021, wenn ich wieder neue Versuche starten kann!

 

Der einzige Foto-Trip.

Corona hatte so ziemlich alles in 2020 lahmgelegt. Eigentlich wollte ich im Frühjahr nach Bayern fahren, Richtung Garmisch-Patenkirchen und Mittenwald um in der voralpinen Region schönes Alpenglühen und Spiegelungen in Bergseen zu fotografieren. Schnell war dann aber klar: Das wird nix! Und so wurde nicht nur diese Tour, sondern auch viele andere Pläne erst einmal über den Haufen geworfen. Im Herbst (eine Woche bevor die Regeln wieder strenger angezogen wurden), hatte ich aber noch einmal das Glück, für ein paar Tage in die Pfalz fahren zu können.

Der Pfälzerwald ist ein kleines Juwel für Landschaftsfotografen. Ich nenne es auch gerne die kleine Sächsische Schweiz (also die Pfälzer Schweiz?). Viele Hügel und Berge, sehr viel Wald und seeeeeehr coole Felsformationen. Hat man dann auch noch ein bisschen Glück mit dem Wetter, gibt es massenhaft tolle Motive, sodass man den Pfälzerwald sicherlich mehrmals besuchen kann. Außerdem ist er (bis auf ein zwei Highlight-Spots) nicht ganz so heftig überrannt. Auf jeden Fall solltet ihr im Herbst dort hingehen, wenn das Laub bunt leuchtet.

 

Meine erste Kooperation.

Zum Ende des Jahres gab es dann auch nochmal zwei schöne Überraschungen. Ich durfte einige Texte und Bilder für den ersten Fotoreiseführer von Benjamin Jaworskyj einreichen und war somit im ersten Band vertreten. Darüber haben Ben und ich längere Zeit Kontakt aufgebaut und hin- und hergeschrieben. Irgendwann hatte mich Ben dann schließlich gefragt, ob ich nicht auch an den anderen Reiseführern als Texter mitarbeiten möchte. Und so kommt es, dass viele Texte aus dem zweiten Band (der übrigens im Frühling 2021 erscheinen wird) aus meiner Feder stammen. Auch an den letzten beiden Reiseführern wird schon fleißig gearbeitet und auch ein weiteres Buchprojekt steht schon bald an. Seid gespannt!

Ben hat es schließlich auch möglich gemacht, dass eine Kooperation mit Haukland entstanden ist und ich einen Testbericht über die Haukland Jacke schreiben konnte. Jetzt traue ich mich mit meiner schicken roten Outdoor-Jacke auch endlich wieder selbst auf meine Fotos! ;-)

 

An dieser Stelle möchte ich die letzten Zeilen auch noch nutzen, um mich bei ein paar Leuten für das interessante, vergangene Jahr zu bedanken.

 

Da wären natürlich an erster Stelle meine Eltern, die, wie schon in der Vergangenheit, einiges möglich gemacht haben und mich teilweise auf sehr spontanen Ausflügen begleitet haben. Ein großes Danke geht an dieser Stelle an meinen Vater raus, der sich in der Pfalz nie zu schade war, schon um drei Uhr morgens aufzustehen, weil wir doch eventuell sonst einen Sonnenaufgang verpassen könnten! ;-)

 

Das zweite große Dankeschön richte ich an Ben, der mir sein Vertrauen als Texter und Fotograf geschenkt hat, sodass ich an ein paar seiner Produkte mitwirken konnte. Danke, Ben!

 

Und schließlich bedanke ich mich bei einigen, mit denen ich in den vergangenen Monaten immer wieder geschrieben habe und mich zu vielseitigen fotografischen Themen austauschen durfte - allen voran Kathrin, Thomas, Jule und Jasmin.

 

Vielen Dank an alle, die meine Blogbeiträge lesen :-)
Ich wünsche euch einen guten Start in 2021!

 

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Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!