Jahresrückblick 2018.

Das war's mit 2018. Hallo 2019! Zu Beginn des neuen Jahres lohnt es sich auf jeden Fall, noch einmal auf das letzte Jahr zu schauen. Deshalb gibt es heute den obligatorischen Jahresrückblick: Meine 10 besten/wichtigsten/schönsten Bilder aus 2018.

 

 

Dass ich dieses Foto als erstes ausgewählt habe, passt ganz gut, da es auch eines der ersten ist, das in 2018 bewusst entstanden ist. Und zwar war das auf dem Foto-Trip, der im Frühjahr ins Berchtesgadener Land führte. Da ich aber schon lange unbedingt mal zum Eibsee wollte, habe ich die Route kurzerhand einfach um ein paar Kilometer und einen Schwenk durch Österreich erweitert. Und was soll ich sagen - es hat sich gelohnt! Der Eibsee ist einfach der absolute Wahnsinn. Ein paar Tage, bevor ich dort war, war er noch fast komplett zugefroren, was man auf dem Foto noch am Rand erahnen kann. Doch ich hatte Glück: Und das blau-türkise Wasser schimmerte um die vielen Inseln herum und morgens war ich auch noch fast alleine. Einfach eine Wahnsinns-Location, die man mal gesehen haben muss. Zu Sonnenaufgang hätte sich der Himmel auch noch schön gefärbt, doch dafür war ich leider ein wenig zu spät dran - und der Weg aus dem Schwarzwald dann auch doch zu lang.

Tja, und dann ging es ins Berchtesgadener Land - und damit auch zu DEM Hotspot aller Landschaftsfotografen. Der Hintersee - der vielleicht bekannteste See Deutschlands. Vor allem wegen seiner im Wasser aufragenden Steinformationen und den Tannen darauf. Dort konnte ich auch mein Lieblingsfoto 2018 schießen - denn die Farben und die Spiegelung an diesem Morgen waren einfach perfekt. Wenn man zu früh dran ist, sieht man näcmlich nicht so viel - das Licht kommt erst nach Sonnenaufgang von links über die Berge hinein und leuchtet dann die Tannen an. Mit ein wenig Glück hat man auch Nebel oder Wolken, die das rosa Licht einfangen und spiegeln.

Vor allem aber muss man um seinen Platz kämpfen: Denn es kann sein, dass gut ein Dutzend weiterer Fotografen in der Schlange stehen. Da heißt es dann einfach: Stativ aufstellen und nicht mehr den Platz verlassen, sonst sieht es schlecht aus mit dem Foto. ;-)

Und damit soll es gleich den zweiten Bonustipp in diesem Jahresrückblick geben: Bevor man die Tannenformationen auf den Steinen im See fotografiert, sollte man einen Stopp etwas weiter vorne einlegen: Denn dort gibt es schöne alte Bootsanleger, die direkt auf den Sonnenaufgang zuführen. Gerade bevor die Sonne über die Berge kommt, hat man dann ein wunderschönes Leuchten, das sich am Horizont in den unterschiedlichsten Farben ausbreitet. Der Steg bietet sich dann für die Fluchtperspektive perfekt an und zeigt als führende Linie in die Mitte des Bildes. Eine tolle Bildkomposition.

Und das beste: Dort ist meistens nicht so viel los wie beim anderen Spot ;-).

Generell lohnt es sich einfach, den Hintersee im Berchtesgadener Land genau zu erkunden - denn dort gibt es überall tolle Motive (wie zum Beispiel den direkt anschließenden Zauberwald).

Beide Fotos mussten in den Jahresrückblick, weil sie beim Workshop mit Benjamin Jaworskyj entstanden sind. Für mich persönlich war das etwas Besonderes, weil ich erst durch seine Videos zur Fotografie gekommen bin und mir so alles beigebracht habe. Vielleicht würde es sonst auch nicht diesen Blog und vor allem nicht diese Bilder geben...

Umso mehr freue ich mich, dass es dieses Jahr wieder mit Ben auf Tour geht: Und zwar in die Sächsische Schweiz - nach Berchtesgaden der Foto-Trip, auf den ich mich schon sehr lange freue.

„Warum in Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.“ So oder so ähnlich hat das einmal Goethe gesagt. Und wenn der das gesagt hat, wird es ja wohl stimmen?! Nach Berchtesgaden gab es erstmal eine kleinere Fotopause bis MItte des Jahres. Dann wurden die Sommerabende auch schon wieder ein wenig kürzer. Dafür bleiben die Temperaturen bis spät in die Nacht immer noch angenehm. Perfekt also, um nicht nur den Sonnenuntergang, sondern auch die blaue Stunde oder das Nach-Sonnenuntergangs-Licht noch einzufangen. Und das muss man nicht immer an weit gelegenen Spots tun, in Island, Norwegen, Patagonien oder wo auch immer. Klar, auch ich reise gerne – wenn das Geld es mal wieder erlauben sollte – und erkunde neue Gegenden und neue Foto-Locations. Im Sommer bin ich nicht weit weggefahren, sondern habe mir mal wieder die Landschaft vor der Haustüre geschnappt – in meinem Fall: das Dreisamtal. Denn das schönste, was passieren kann, ist: Wieder nach Hause zu kommen und dort die Schönheit der Landschaften zu entdecken.

 

Man muss nicht immer in die Ferne schweifen, auch zu Hause gibt es viele schöne Fleckchen Erde, die erkundet werden wollen. So hatte ich beispielsweise an diesem Abend ein ganz bestimmtes Zielfoto vor Augen: Eine Sonnenblume mit Sonnenstern in Sonnenuntergangsstimmung. Als ich das dann fotografiert habe, war ich nicht extrem begeistert von dem Ergebnis. Allerdings habe ich auf meinem Weg zur Location noch zwei andere schöne Spots entdeckt und wusste, dass diese nach Sonnenuntergang sicherlich in einem tollen Licht liegen würden. Und daher bin ich hinterher einfach noch dorthin geradelt und habe weiter fotografiert. Von dort aus bin ich dann wieder einen anderen Weg zurückgefahren und siehe da: Mir ist wieder etwas aufgefallen, was ich fotografieren wollte. Was lernen wir daraus? Augen auf und die Natur zu Hause entdecken! Selbst, wenn ein Foto mal nicht so sehr dem entspricht, was man sich erhofft hat, ist es gut möglich, ein paar Meter weiter ein weiteres Bild schießen zu können.

Im Spätsommer ging es für mich dann raus an den Kaiserstuhl zum Texaspass. Der Texaspass verdankt seinen Namen der Pass-ähnlichen Straße, die sich durch die Plateau-artigen Stufen der Weinberge windet. Relativ bekannt ist ein Parkplatz, der sich nicht nur als Aussichtspunkt, sondern auch als Fotospot anbietet. Ich hatte mir ein Zielfoto überlegt: Den Pass wollte ich in der blauen Stunde ablichten mit Lichtspuren von vorüberfahrenden Autos. Doch dann war das letzte Licht des Tages auf einmal so schön, dass ich einfach die Nach-Sonnenuntergang-und-vor-blaue-Stunde-Atmosphäre fotografieren musste. In diesem kurzen Zeitfenster habe ich unterschiedliche Kompositionen ausprobiert - und diese hier hat mir am besten gefallen. Im Vordergrund die kleinen lila Blümchen, die in die Mitte auf den Pass zuführen. Danach die Weinberge und schließlich der wunderschön gefärbte Himmel - fast wie in Texas, oder? ;-)

Für dieses Bild habe ich mir eine bewusste Komposition überlegt, die Kamera auf mein Stativ geschraubt und dann musste ich eigentlich nur noch abdrücken. Hierbei habe ich eine ziemlich kurze Verschlusszeit gewählt, damit der Wind nicht die Blumen und das Gras im Vordergrund verwehen konnte. In der Nachbearbeitung folgte dann mit Lightroom ein wenig Bildoptimierung: Ich habe die Farben ein wenig verstärkt, nachgeschärft und vor allem im unteren Bereich mit dem Kontrast gespielt - so ist dann dieses Foto vom Texaspass entstanden.

Im Herbst sollte es dann doch nochmal einen kleinen Foto-Trip geben. Und zwar zur Photokina nach Köln. Deshalb habe ich mcih vorher Gedanken gemacht, was ich fotografieren möchte - und das waren natürlich die klassischen Touri-Spots, doch die müssen eben auch mal sein. Aber ich fotografiere ja eigentlich Landschaften... und deshalb habe ich mir in der Kölner Nähe eine Landschaft gesucht. Der Nationalpark Eifel wäre eine Möglichkeit gewesen, doch es war mir zu riskant, eine Stunde dort hinzufahren, um dann zu merken, dass der Sonnenaufgang sich nicht lohnen wird. Am Abend hatte es nämlich ziemlich zugezogen. Also habe ich mir für eine näher gelegene Location entschieden: Zum Sonnenaufgang ging es zum vielleicht gefährlichsten Spot, an dem ich bisher fotografiert habe: Rote Zone! Extreme Munitionsbelastung! Absolutes Betretungsverbot! Warnschilder, alle hundert Meter eins, begrüßten mich an diesem kalten Morgen. Mit einem etwas mulmigen Gefül betrat ich das - Achtung! - Naturschutzgebiet Wahner Heide. Das Gebiet wird gleichzeitig auch zu militärischen Übungen genutzt, wenige Kilometer weiter starten Flugzeuge vom Kölner Flughafen auf. Viel los also - allerdings keine Menschenseele zu sehen. Ich hatte auf Nebel und Sonnenaufgang spekuliert - und wurde belohnt, aber wie! Ein traumhafter Sonnenaufgang an einer spektakulären Location sollte mich überraschen. Nie hätte ich gedacht, dass die Großstadt Köln auch so etwas zu bieten hätte.

Und doch muss stellvertretend für die kurze Köln-Zeit ein Köln-Bild in den Rückblick: Nach der Photokina ist vor Köln - oder so... Auf jeden Fall war klar, dass nach der größten Foto-Messe Europas auch noch der Stadt am Rhein ein Besuch abgestattet werden musste. Und dabei kam ich vor allem zu der Erkenntnis, dass Köln fototechnisch einiges zu bieten hat. Mittlerweile sind diese Bildmotive doch sehr bekannt, aber ich kam nicht drum herum, die Hotspots in Köln zu fotografieren. Wie zum Beispiel die Kranhäuser auf der anderen Seite des Rheins. Die habe ich im Sonnenuntergang fotografiert: Hinter den Häusern versinkt die Sonne und strahlt die Stadt in einem weichen Licht an. Von dort aus ging es schließlich einmal auf die andere Seite - die Rückseite der Kranhäuser. Das Gebiet dort nennt sich Rheinauhafen und wollte natürlich in der blauen Stunde abgelichtet werden. Die schönen Spiegelungen und gelben Lichter bieten dabei den perfekten Kontrast zu dem intensiven Blau dieses Zeitraums.

Das nächste Bild ist vielleicht etwas untypisch für mich und fällt irgendwie auch aus dem Jahresrückblick heraus. Aber dennoch musste es hier rein. Und was mir auch gerade auffällt: Hier auf dem Blog habt ihr es vermutlich noch nie gesehen! Deshalb wird es gleich doppelt Zeit, dass es kommt. Und zwar ist es in Freiburg entstanden und zeigt das Münster. Nach vielen, vielen Jahren, in denen es renoviert wurde, war es im Herbst zum ersten Mal wieder ohne Gerüst - und das hat so ziemlich die ganze Stadt gefeiert. Der Platz um das Münster war abends gerammelt voll und jeder zweite, wenn nicht sogar jeder, hatte eine Kamera oder ein Smartphone dabei. Denn der Münstertur wurde illuminiert in den unterschiedlichsten Farben. Da konnte auch ich mir nicht entgehen lassen und gleichzeitig wollte ich nicht das Foto machen, das alle machen: Nämlich den Turm ganz einfach abfotografieren. Deshalb habe ich mir überlegt, die Szenerie gleich miteinzufangen: Alle standen mit ihren Smartphones da, hielten es hoch und machten Fotos. Und ich habe das Smartphone einfach stellvertretend mit in mein Bild eingebaut. Das hat zwar ein wenig gedauert, bis der Winkel einigermaßen gepasst hat, sodass die Illumination und der Blickwinkel stimmig waren (bei genauem Hinsehen passt es immer noch nicht ganz) - aber es ist ein einmaliges Foto von einer einmaligen Situation.

Und zum Schluss gibt es noch ein Bild, das ihr noch nie auf diesem Blog gesehen habt, was daran liegt, dass es erst ganz am Jahresende, nämlich im Dezember, entstanden ist. Ich bin ganz früh am Morgen aufgewacht und habe gesehen: Nebel. Und ich wollte im Herbst/Winter 2018 auf jeden Fall Nebel-Bilder machen. Das hat sich also super angeboten. Angezogen, Kamera geschnappt und rausgegangen ins Dreisamtal. Und dort ist dann auch dieses märchenhafte Bild entstanden. Durch den Nebel und den Regen in der Nacht glänzten die Wiesen in einem kräftigen Grün, durch die tiefstehende Morgensonne, die vom Nebel nochmal gedämpft wurde, entstanden spannende Schatten und Lichter. Zusätzlich habe ich die Sonne so platziert, dass sie am Baum vorbeischaut und einen Sonnenstern ergibt (durch eine hohe Blendenzahl). Und der Nebel hat dem ganzen dann eben die Krone aufgesetzt: Das Licht war super-diffus, leuchtete rot-golden und war einfach PERFEKT an diesem Morgen. So hätte ich das Licht, die Sonne und den Nebel gerne auch in diesem Spät-Frühjahr im Elbsandsteingebirge, lieber Wettergott! Notiert? Super, danke! (Mal schauen, ob es was gebracht hat... Ich werde auf jeden Fall berichten!).

Und das war es dann auch schon wieder mit diesem Rückblick auf 2018. Viele schöne Orte und Lichtsituationen, einige interessante Bilder. So darf es gerne dieses Jahr weitergehen.

 

 

 

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Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!