Ein fotografischer Spaziergang durch Freiburg.

Freiburg im Breisgau - meine Heimatstadt und definitiv ein gutes Urlaubsziel. Du hast hier einige Motive innerhalb der Stadt und in wenigen Minuten bist du auf dem Land und im Schwarzwald. In diesem Blogbeitrag nehme ich dich mit auf einen fotografischen Sapziergang durch Freiburg und zeige dir spannende Fotospots sowie Tipps und Tricks.

Unterwegs in Freiburg.

Zur besseren Orientierung habe ich dir hier eine Karte eingefügt mit den einzelnen Stationen, die wir auf dem Spaziergang besuchen werden. Für die Tour kannst du ca. entspannte 4 bis 5 Stunden einplanen und dich dabei an den Spots wirklich austoben. Zeit für Historie, Essen & Trinken sowie ein bisschen Shopping bleibt auch noch.

Das Ziel ist es, zu Sonnenuntergang Station 8, den Kanonenplatz auf dem Schlossberg, zu erreichen. Nach Sonnenuntergang geht es dann zur blauen Stunde an den letzten Spot (9), den neuen Platz der alten Synagoge. Das sind die einzigen zeitlich fixen Punkte auf deiner Tour. Richte dich also am besten nach der Zeit des Sonnenuntergangs. Ist der um ca. 19 Uhr, dann solltest du deine Tour spätestens um 16 Uhr am Startpunkt beginnen. Natürlich kannst du das auch viel früher tun und die Tour dabei weiter ausbauen, andere Ecken erkunden und die Stadt genießen.

Alter Friedhof (1)

Wir starten unseren fotografischen Spaziergang auf dem alten Friedhof. Der Alte Friedhof liegt in Neuburg, einem Stadtteil von Freiburg im Breisgau, und ist mit 2,65 ha ein großer stillgelegter Friedhof mit parkartigem Charakter. Er ist einer der ältesten noch in seiner Gesamtheit erhaltenen Friedhöfe in Deutschland. Vor Ort sind es ungefähr 1200 Grabmale, von denen etwa die Hälfte erhaltenswert sind. Um die Erhaltung und Pflege kümmert sich ein Förderverein. Der Friedhof ist als Kultur- und Naturdenkmal eingestuft und ein Zeugnis von Totenkult, Stadtgeschichte und Stilepochen des 17. und 18. Jahrhunderts.

 

Fotografisch kann man sich auf den alten Friedhof wirklich austoben. Gerade im Frühling wachsen überall kleine Blumen, die eine spannende und zugleich morbide Gesamtheit mit den Gräbern erzeugen.

Definitiv solltest du nicht nur weitwinklig arbeiten, denn die Gräber offenbaren viele schöne kleine Details, Blumen aus Stein, Totenschädel und andere Motive, die es lohnt, nah zu fotografieren.

Achte mal bei deinem Besuch genauer: Es gibt zwei interessante Motive, die hier meine Lieblinge sind. Findest du sie? Zum einen ist da ein Grabmal, dessen Deckel eine liegende Statue einer Frau ziert. Das Grab ist immer (!) mit frischen Blumen geschmückt. Zum anderen gibt es eine Säule aus einzelnen Steinen, leicht versteckt von Tannen, auf dem ein Totenschädel thront.

Stadtgarten (2)

Vom alten Friedhof geht es weiter in den Stadtgarten, der nur wenige Meter entfernt liegt. Er ist eine 2,6 ha große Parkanlage im Stadtteil Neuburg. Er hat einen alten Baumbestand und einen großen Rosengarten nahe dem Freiburger Stadtzentrum. Über die Fußgängerbrücke Karlssteg ist er mit dem Karlsplatz verbunden. Seit 2008 führt die Schlossbergbahn, ein Schrägaufzug, auf den Schlossberg.

Der Musikpavillon im Park wird im Sommer für Konzerte und als Freilichtbühne genutzt.

Zum Stadtgarten gehören neben Stauden- und Wechselflorbeeten ein Kinderspielplatz sowie zwei Teiche und Brunnenanlagen.

 

Dementsprechend gibt es hier auch einiges zum Fotografieren. Auch hier bietet sich der Frühling an, wenn als grünt und blüht. Besonders fotogen sind die Teiche, in denen man unterschiedliche Motive spiegeln kann.

Aber aufgepasst: Hier ist meistens ordentlich was los! Familien mit Kindern sind genauso wie Studenten oder Renter anzutreffen, die den schönen Park genießen.

Es braucht also ein paar interessante Perspektiven, um die Menschen aus dem Fokus zu nehmen - oder ganz bewusst einzusetzen. Schau dich einfach ein bisschen im Stadtgarten um, dann wirst du tolle Motive finden - seien es "nur" Natur- und Blütenbilder.

Münster (3)

Der nächste Punkt der Tour ist bereits ein erstes Highlight und Must-see in Freiburg: das Münster. Das Freiburger Münster, das auch Münster Unserer Lieben Frau genannt wird, ist die im romanischen Stil begonnene und größtenteils im Stil der Gotik und Spätgotik vollendete römisch-katholische Stadtpfarrkirche von Freiburg. Sie wurde von etwa 1200 bis 1513 erbaut. Da Freiburg im Jahr 1827 Bischofssitz wurde (Erzbistum Freiburg), ist die Kirche heute formell eine Kathedrale, wird aber traditionell als „Münster“ und nicht als „Kathedrale“ bezeichnet. 

Kunsthistoriker Jacob Burckhardt sagte im Jahr 1869 über den 116 Meter hohen Turm im Vergleich mit Basel und Straßburg: "Und Freiburg wird wohl der schönste Turm auf Erden bleiben." Kunsthistoriker aus der ganzen Welt rühmen das Freiburger Münster Unserer Lieben Frau mit dem bekannten Westturm als ein architektonisches Meisterwerk der Gotik.

 

Fotografisch gesehen ist das Münster natürlich auch schon von außen ein Hingucker - sollte der Münsterturm mal nicht in einem Gerüst stehen. Auch innen lohnt es sich zu fotografieren. Achte darauf, dass du den Blitz abstellest, die ISO hochschraubst und möglichst weitwinklig fotografierst. Im besten Fall aktivierst du das lautlose Auslösen deiner Kamera, um andere Besucher nicht zu stören. Der Eintritt ins Münster ist kostenlos, du kannst einfach so durch das große Portal eintreten. Markant sind die bunten Fenster des Münsters, die, wenn du drinnen stehst, regelrecht leuchten - und das nur aufgrund des Tageslichts draußen.

Konviktstraße (4)

Über die Konviktstraße geht es dann weiter.

 

Sie wurde in der Kriegszeit völlig zerstört. Ursprünglich entstand sie im 11. Jahrhundert.

Heute gilt sie als Ergebnis herausragender Altstadtsanierung. Mit sehr viel Liebe zum Detail und einem achtvollen Umgang mit der historischen Struktur wurden die kleinen Häuserfassaden restauriert und der ursprünglich geschwungene Straßenverlauf beibehalten.

 

Die Konviktstraße ist ein kleines Highlight in Freiburg, bei dem viele Touristen sofort zur Kamera greifen.

 

Fotogen ist sie entweder im Spätfrühling, Sommer oder im Winter. Im Sommer ist alles grün bewachsen und Weintrauben hängen über einem. Im Winter hängen dafür rote Sterne über der Straße und geben ein weihnachtliches Gefühl.

 

Auch hier ist meistens viel los. Du wirst kaum ein Bild schaffen ohne Menschen darauf. Setze sie also bewusst und gezielt in dein Foto ein. Dann wirkt das Bild deutlich authentischer und kreativer!

Probier' es einfach aus!

Schwabentor (5)

Von der Konviktstraße kommst du direkt zum Schwabentor. Das Schwabentor, im Mittelalter auch Obertor genannt, ist das jüngere der beiden noch erhaltenen Stadttore der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Freiburg im Breisgau. Sein Pendant ist das Martinstor, zu dem wir nachher ebenfalls noch gehen werden.

Der Bau auf quadratischem Grundriss besitzt eine Seitenlänge von jeweils elf Metern und zählt über der spitzbogigen Toröffnung drei Geschosse. Zur Außenseite hin beträgt die Stärke des in den einzelnen Geschossen abgesetzten Gemäuers unten mehr als 3,5 Meter und im obersten Geschoss nur noch zwei Drittel davon. Das Steinwerk besteht im unteren Teil aus rotem Sandstein, oben aus Bruchstein.

Das Schwabentor steht auf der Grenze der Innenstadt-Fußgängerzone und wird regulär nur stadtauswärts von der Linie 1 der Straßenbahn durchfahren. Stadteinwärts ist die Durchfahrt der Straßenbahn, Fahrradfahrern, Taxis, dem Lieferverkehr und Innenstadtanliegern durch das Tor des östlich anschließenden Anbaus vorbehalten. Der übrige Verkehr wird rechts am Tor vorbeigeführt. Es ist damit eins von vier historischen Stadttoren im deutschsprachigen Raum, die von Straßenbahnen durchfahren werden.

 

Hier kann man vor allem mit Vordergründen arbeiten. Außerdem fahren regelmäßig Straßenbahnen, die man ebenfalls in sein Foto miteinbauen kann, wenn man möchte.

Martinstor (6)

Das Martinstor, im Mittelalter auch Norsinger Tor genannt, in der Kaiser-Joseph-Straße ist im Vergleich zum Schwabentor der ältere der beiden noch erhaltenen Tortürme der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Freiburg.

Auf der Innenstadt-Seite befindet sich neben dem Torbogen eine Schrifttafel als Erinnerung an die Hexenverbrennungen in Freiburg. Stellvertretend genannt sind die drei Freiburger Bürgerinnen Marghareta Mößmer, Catharina Stadelmann und Anna Wolffart, die 1599 hingerichtet wurden.

 

Hier solltest du mal versuchen, aus tiefer Perspektive nach oben zu fotografieren. Am besten weitwinklig,

Universität (7)

Vom Martinstor bist du auch schnell bei der Albert-Ludwigs-Universität. Zumindest bei einigen Gebäuden der Uni Freiburg.

 

Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wurde am 21. September 1457 von Albrecht VI. gegründet und ist eine der ältesten Universitäten Deutschlands.

Die Universität besitzt eine lange Tradition und genießt national wie international eine hohe akademische Anerkennung. Unter den Lehrenden befanden sich u. a. 10 Nobel- und 13 Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preisträger. Insgesamt ist die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit 23 Nobelpreisträgern assoziiert.

 

Fotogen ist hier vor allem das Kollegiengebäude IV, das von den Studierenden gerne mal als kleines Hogwarts bezeichnet wird. Die Harry Potter-Anspielung ist dabei wirklich treffend, wie ich finde. Im Gebäude ist vor allem die Abteilung Geschichte stationiert.

Das KG I sieht von innen ebenfalls ganz schick aus und kann frei zugänglich fotografiert werden.

 

Draußen lohnt es sich, mit tiefen Vordergründen zu spielen und so eventuell die ein oder anderen Studierenden zu verdecken.

Kanonenplatz (8)

Zum Sonnenuntergang geht es schließlich auf den Kanonenplatz auf dem Schlossberg.

Der Schlossberg ist ein 455,9 Meter über dem Meeresspiegel liegender, heute größtenteils bewaldeter Berg im Stadtgebiet von Freiburg, direkt östlich der Freiburger Altstadt. Am hang finden sich einige Weinreben.

Ein kurzer Fußmarsch führt auf den Kanonenplatz, kurz oberhalb einer Wirtschaft. Von dort hat man den schönsten Blick auf die Stadt und ein perfektes Panorama. Einige Meter weiter liegt der Schlossbergturm, von wo aus man ein 360°-Blick über Freiburg und den angrenzenden Schwarzwald hat.

 

Fotografisch sollte man hier abends stehen, um Freiburg mit einem tollen Sonnenuntergangslicht einfangen zu können. Ein leichtes Weitwinkel oder ein Standard-Objektiv genügen. Eventuell solltest du zwei Belichtungen machen: Eine für den Himmel und eine für die Stadt.

Platz der alten Synagoge (9)

Der Abschluss unseres Foto-Spaziergangs führt uns auf den Platz der alten Synagoge in der blauen Stunde.

Der Platz der Alten Synagoge in Freiburg im Breisgau ist mit seiner quadratischen Grundfläche von 130 × 130 Metern der zweitgrößte innerstädtische Platz nach dem Münsterplatz.

Der Platz erhielt 1996 den heutigen Namen nach der beim Novemberpogrom 1938 zerstörten Synagoge.

Am Platz befindet sich das Stadttheater und das Kollegiengebäude II der Albert-Ludwigs-Universität. Im Süden schließt sich der Platz der Universität an, an dem sich das Kollegiengebäude I und die Universitätsbibliothek befinden.

2016 wurde der Platz komplett umgestaltet. In der Nord-Süd-Achse wurde die bisher den Platz durchquerende Autostraße des Innenstadtrings durch eine Straßenbahntrasse und die bisherige Rasenfläche durch einen durchgehenden Bodenbelag ersetzt. Der neu gestaltete Platz wurde am 2. August 2017 eröffnet.

 

Im Sommer ist das Denkmal der zerstörten Synagoge mit Wasser gefüllt, sodass sich die dahinterliegende UB darin spiegelt. Dieser Brunnen sollte nicht betreten werden.

Ein zweiter Spot ist daneben: Dort liegen Springbrunnen, die im Sommer gerne von Kindern zur Abkühlung genutzt werden. Von dort erhält man ebenfalls ein tolles Motiv: Im Hintergrund befindet sich das Theater, das sich in den Springbrunnen in flacher Perspektive spiegelt. Stativ und Weitwinkel sind hier wichtiges Equipment!

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Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!