Fotografieren im Ortenaukreis.

(c) Niklas Batsch
(c) Niklas Batsch

Den Südschwarzwald habe ich mittlerweile ja zu großen Teilen abgearbeitet. Das liegt naturgemäß auch daran, dass ich dort relativ zentral wohne und einige Spots damit fast "vor der Haustüre" liegen. Wohl oder übel muss und will man da dann seinen Kreis ein wenig erweitern. So habe ich mal wieder Instagram zu Rate gezogen und einen wunderschönen Sonnenuntergangsspot entdeckt: das Schloss Staufenberg im Ortenaukreis. Zwar eineinhalb Stunden von mir weg, aber eine Location, die ich unbedingt fotografieren wollte. Damit das Ganze aber nicht nur die Fahrt zu einem Foto wird, habe ich ein paar weitere Spots damit verbunden - mehr oder weniger erfolgreich. Und darum soll es heute gehen: Fotografieren im Ortenaukreis.

 

Der Burgbach Wasserfall.
Der Burgbach Wasserfall.

Burgbach Wasserfall. "Na klar", werden jetzt sicher einige denken. "Der muss den Wasserfall natürlich auch noch fotografieren!" Ja, muss ich ;-).

Der Burgbach Wasserfall ist ziemlich bekannt ihr der Landschaftsfoto-Szene. Vor allem für seine steinernen Treppen, die zu ihm aufführen. Leider hatte der Wasserfall nicht ganz soo viel Wasser, wie ich mir erhofft habe. Und leider war ich auch ein bisschen spät dran - kein Morgen-Licht, kein Morgen-Nebel, aber egal. Ich hatte eh eine Vorstellung von einem speziellen Bild: Düster sollte es aussehen, trist und unheimlich, wie aus einem Horror-Film, bei dem hinter einem Baum gleich eine Gestalt auftaucht. Hat's geklappt? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen ;-).

 

Ausrüstung

Hier sollte man auf jeden Fall ein weitwinkliges Objektiv mitnehmen. Denn die Tannen geben schöne senkrechte Linien ab, die den Wasserfall einrahmen. Und außerdem MUSS man hier ja eigentlich die Treppen als führende Linie miteinbauen, oder?

Außerdem sollte man das Stativ nicht vergessen, da es doch recht dunkel ist. Zusätzlich hatte ich noch einen Polfilter aufgeschraubt, damit die Farben ein wenig kräftiger und die nassen Oberflächen entspiegelt werden.

 

Anfahrt

Ihr parkt auf dem nahegelegenen Wanderparkplatz. Von dort aus geht es gute zehn Minuten die Burgbachstraße entlang und dann einen kleinen Stichweg rechts ab. Nochmal acht Minuten und ihr seid am Wasserfall. Ein schönes Fleckchen Natur, vor allem wenn dort, wie bei uns, wenig bis eigentlich gar nichts los ist.

 

Leuchtende Fantasy-Pilze im Zauberwald.
Leuchtende Fantasy-Pilze im Zauberwald.

Außerdem

Auf dem Weg zum Wasserfall stößt man immer wieder auf Pilze. Pilze? Pilze!! Da schrillten bei mir sofort die Alarmglocken, wollte ich doch schon immer mal etwas mit ihnen ausprobieren. Ich habe schon ab und zu Photoshop-Versionen von Pilzen gesehen - und die wollte ich nun auch erstellen: Leuchtende Fantasy-Pilze im Zauberwald. Der Trick ist ganz einfach: Vor Ort "normal" im RAW-Format fotografieren. Auf eine bodennahe Position mit leichtem Aufblick achten, damit man ein wenig unter die Pilze schauen kann. Dann erfolgt auch schon die Nachbearbeitung, in meinem Fall nur mit Lightroom. Ich habe zunächst die Belichtung stark verdunkelt und den Weißabgleich ins Bläuliche verschoben. Dann habe ich in kleinteiligen Schritten Radialfilter aufgezogen und in ihnen die Belichtung stark angehoben, den Weuißabgleich zusätzlich ins Gelbliche verschoben. Die Filter dann an die passenden Stellen gesetzt, Größe und Form angepasst und tadaaaa: die Pilze leuchten.

 

 

Rainbauernmühle.
Rainbauernmühle.

Rainbauernmühle. Weiter ging es dann zur Rainbauernmühle in der Nähe von Ottenhöfen. Auch diesen Spot findet man immer wieder auf Instagram und Co - die Mühle liegt einfach sehr idyllisch am Bach und ist damit perfekt für Langzeitbelichtungen geeignet. Geeignet ist der Spot übrigens auch, um sich vom Feld Zecken abzuholen - ich weiß, wovon ich spreche ;-)

 

Ausrüstung

Entweder ein Weitwinkel-Objektiv oder eine Standard-Linse. Je weitwinkliger, desto mehr Mühle und Bach ist auf dem Foto zu sehen. Wer Fan von Langzeitbelichtungen ist oder sie ausprobieren möchte, der nimmt ein Stativ und ND-Filter mit. Ich habe mit einem 64x ND-Filter gearbeitet, dazu ein Polfilter.

 

Anfahrt

Parkplatz direkt vor Ort. Aussteigen und fotografieren ;-)

 

 

Benz Mühle.
Benz Mühle.

Benz Mühle. Auch sehr bekannt ist die Benz Mühle. Vor allem wegen ihres Wassers, das gefühlt nicht bei der Mühle ankommt. Warum? Seht selbst ;-).
Gerade das macht aber die Mühle auch aus. Das Wasser tropft herunter und lässt tolle Strahlen ergeben. Am besten mit einem leichten Aufblick fotografieren. Ganz besonders sieht die Mühle im Winter aus. Da friert nämlich das wasser zu Eis und zaubert eine unglaubliche Winterwunderlandschaft an die Mühle.

 

Ausrüstung

Aus-der-Hand-Fotografie. Standard- oder Weitwinkel-Linse, Froschperspektive und ab dafür ;-)

 

Anfahrt

Die Benz Mühle liegt auf dem Weg zur Rainbauernmühle bzw. zurück - je nach dem von wo man kommt.

 

 

Allerheiligen Wasserfälle. Die dürfen natürlich nicht fehlen, wenn man eh schon einmal dort oben in der Nähe ist. Die Schlucht mit den Fällen ist ein schönes Biotop und auch nett, ohne zu fotografieren.

Mit der Fotoausrüstung dabei, kann man zwei Fälle gut von Brücken aus fotografieren, einfach das Stativ kleinmachen und ganz flach unter dem letzten Brückenpfeiler durchfotografieren - natürlich mit Langzeitbelichtung.

Es hätte so schön sein können...

ABER: Leider haben es ein paar Personen wieder einmal nicht verstanden, dass Fotografie in der Natur nicht heißt: Fotograf versus Natur.

In dem Allerheiligen-Schutzgebiet ist das Verlassen der Wege oder gar Schwimmen in den Wasserfall-Becken logischerweise verboten. Wenn ich dann einen Fotografen sehe, der IN dem Becken mit Wathose steht und ein Model auf einem Stein außerhalb des Beckens fotografiert, da könnte mir wirklich der Kragen platzen! Warum?

Die Glanzleistung... - nicht!
Die Glanzleistung... - nicht!
  1. Verlassen der Wege und so...
  2. Man lässt anderen Fotografen, Touristen, Menschen keinerlei Chance, ein Bild zu machen.
  3. Angenommen, man dürfte ins Wasser... Warum, zum Teufel, steigt man als Fotograf selbst in das Becken und lässt das Model am Ufer auf einem Stein sitzen und bezieht den Wasserfall überhaupt nicht in seine Komposition mit ein? Das Foto kann man in einem x-beliebigen Bachlauf machen und muss nicht die geschützte Natur zerstören oder gar andere davon abhalten, selbst ein legales Bild schießen zu können.

Deshalb gibt es jetzt eben kein Bild von diesen schönen Wasserfällen...

... oder doch?

Sie sehen: Das Prachtexemplar von Fotograf, das niemand haben möchte. Ach ja, und im Hintergrund wären die Wasserfalle gewesen... Man beachte außerdem: Das Schild vorne links. Das Model hinten links. Und die Wathose. Wäre es nicht so traurig, könnte es fast schon wieder lustig sein.
Ich reagiere mich jetzt ein bisschen ab, denke mir, wie mein Bild von den Wasserfällen ausgesehen haben könnte und schreibe einfach weiter - mit dem nächsten Spot.

 

Schloss Staufenberg. Das finale Ziel der Ortenau-Foto-Tour. Ein erhabenes Gebäude, hinter dem die Sonne untergeht, davor Weinreben, die auf das Gebäude zuführen... der Traum eines jeden Landschaftsfotografen.

Blöd nur, dass wir bereits um 16 Uhr vor Ort waren und der Sonnenuntergang um 19.30 Uhr angekündigt wurde. Wie bekommt man also dreieinhalb Stunden rum? Richtig - mit essen und trinken. Und das ganz entspannt vor Ort! Das Schloss Staufenberg hat - ganz im Gegensatz zu seinem noblen Aussehen - ein unfassbares Verhältnis von Preis-Leistung. Ausgewählte badische Speisen und natürlich Wein - welch' Wunder bei einem Weingut - gibt es vor Ort und die sind nicht nur ziemlich preislich okay, sondern vor allem extrem lecker und große Portionen. Empfehlung des Bloggers: Die Maultaschen mit Kartoffelsalat oder der gratinierte Flammkuchen ;-). Mit einem tollen Blick wird man von dort oben zudem belohnt. Bonus-Tipp: Früh kommen und früh essen (spätestens 17 Uhr), denn danach rollen die ganzen Autos an, die ebenfalls dort den Abend ausklingen lassen wollen - und das wollen wir ja nicht!

Denn für uns ging es weiter, gegen 18 Uhr, auf die gegenüberliegende Seite. Eine Viertelstunde Fußmarsch entlang der Reben führt zu einem schönen Ausblickspunkt, an dem zu Sonnenuntergang klasse Fotos geschossen werden können.

 

Ausrüstung

Möglichst die ganze Bandbreite: Denn am Weinberg kann man so gut wie alles ausprobieren. Mit 50mm oder Makroobjektiven Trauben-Fotos bzw. Detail-Aufnahmen. Mit einem Weitwinkel und den Reben führende Linien bilden, die auf das Schloss weisen. Mit einer weiten Brennweite (Tele) das Schloss nah ranholen, im Hintergrund der rot verfärbte Himmel. Hier lässt sich wirklich mit allem expermentieren!

 

Anfahrt

Einen Parkplatz gibt es direkt oben am Schloss. Das lässt sich eben auch gut mit einer kleinen Pause dort oben verbinden. Fotografiert wird anschließend am besten auf dem Bergsattel.

 

Das war sie, die fotografische (und kulinarische) Tour durch den Ortenaukreis. Das Beeindruckende bzw. Besondere, was mir auch erst im Nachhinein aufgefallen ist: Auf der Tour sind ganz unterschiedliche Bilder entstanden, ganz unterschiedliche Lichtstimmungen, Farben und Stile. Von einem tristen Wasserfall, einem Fanatsy-Bildlook, über Mühlen bis hin zu einem fast schon romantischen Abschluss - da ist doch wirklich für jeden Fotografie-Liebhaber etwas dabei. :-)

 

Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr in der Ortenau auch schonmal fotografiert habt, wo ihr wart und was eure Lieblingsplätze dort sind!

 

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Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!