Fotografieren im Moor.

Das Schwenninger Moos bei Villingen-Schwenningen hatte ich tatsächlich nie so richtig auf der Liste. Ich wusste, dass es das gibt und ich wusste auch, dass es sich nicht zu fotografieren lohnt. Hätte mein Besuch vor Ort nicht meine Meinung geändert, wäre dieser Blogbeitrag jetzt auch schon wieder zu Ende. ;-)

Daher: Auf ins Moor!

 

Das Schwenninger Moos.

Das Moorgebiet ist ca. drei Quadratkilometer groß und Ursprung des 362 Kilometer langen Neckars. Das Schwenniger Moos ist ein sogenanntes Regenmoor. Das sind mineralsalzarme, saure und besonders nasse Lebensräume. Flora und Fauna haben sich über die Jahre hinweg an diese extremen Bedingungen angepasst. Das Moos wird nur aus Niederschlägen und durch aus der Luft eingetragene Mineralsalze versorgt. Entstanden ist das Gebiet aus einem See: Ca. 6.000 bis 5.000 v. Chr. begann dort das Torfwachstum.

Im Schwenninger Moos wurde zwischen 1750 und 1950 Torf abgebaut. Dazu musste das Moorgebiet entwässert werden. Pro Abbauphase wurde dazu etwa anderthalb Meter Torf abgestochen. Das bedeutet, dass das Moor zwischen drei und vier Meter an Torfschichten verloren hat.

 

Ein typisches Weitwinkel-Motiv ohne Weitwinkel: Aufgenommen mit 35mm.
Ein typisches Weitwinkel-Motiv ohne Weitwinkel: Aufgenommen mit 35mm.

Fotografieren im Moor.

Spezielle Tipps kann man zum Fotografieren im Moor gar nicht unbedingt geben. Es gilt im Wesentlichen dasselbe wie bei der Landschaftsfotografie. Ich war im Schwenninger Moos schon vor Sonnenaufgang und habe die ersten Farben am Himmel mit dem untergehenden Mond fotografiert. Kurz vor Sonnenaufgang war dort die beste Zeit.

Etwas überraschend: Ein Weitwinkel war gar nicht nötig. Die meisten Bilder habe ich um die 50mm aufgenommen, da die Moorfläche groß und die Motive eher weiter weg waren. Ein klassisches Weitwinkel-Bild habe ich dennoch geschossen - mit Baumstimm, in das Moor hineinragend. Allerdings auf 35mm, da ich die Stege, die über das Wasser führen, nicht mit im Bild drin haben wollte.

 

Viel mehr kann ich empfehlen, ein Teleobjektiv dabeizuhaben. Denn in Moorgebieten gibt es meistens alte Baumstümpfe, die aus dem Sumpf ragen - oder andere Motive dieser Art. Da hilft es in der Regel längere Brennweiten mitzunehmen, da man Wege und Stege nicht so leicht verlassen kann. Zumindest, wenn man nicht als Moorleiche gefunden werden will. ;-)

 

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Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!