Der Schimmelpalast.

© Niklas Batsch
© Niklas Batsch

Nachdem ich mir vor einigen Wochen das Hunters Hotel angeschaut habe, musste heute der Schimmelpalast dran glauben. Zwei Lost Places, beide im schönen Schwarzwald gelegen - und beide ganz unterschiedlich, wie ich bald feststellen durfte.
Der Schimmelpalast - wie er in Urbexer-Kreisen genannt wird - war früher eine Kurklinik für suchtkranke Frauen. Diese wurde jedoch im Jahr 1997 geschlossen. Sechs Jahre später brannte der Dachstuhl aus - damals befand sich dort ein Wellnessbereich und ein kleines Schwimmbad. Und so konnte sich Regenwasser durch das Gebäude bahnen. Aufgrund dessen ist auch der Moosboden, der Schimmelrasen und die Feuchte in allen Zimmern entstanden.
Das Haus wird scheinbar von Jugendlichen zum Randalieren genutzt und bietet einen Treffpunkt für sie. Zumindest zeigt das das Erdgeschoss. Sehr zerstört, besprayt und somit relativ langweilig für uns Fotografen. Umso spannender wird es dann die Stockwerke weiter oben. Kein Wunder, dass sich die Jugendlichen dort nicht aufhalten...

 

© Niklas Batsch

 

Ausgestattet mit Mundschutz Klasse FFP3 und Einmal-Schutzanzug ging es rein. Je weiter man geht, desto mehr verschiedene Schimmelarten findet man. Weißer Schimmel, gelber Schimmel, grüner Schimmel, schwarzer Schimmel, gepunkteter Schimmel, ... Moos und kleine Pflanzen wachsen aus Teppichen und Boden. Und alles ist wegen des Wassers feucht.
Eine extrem krasse Location - vor allem, da die Zimmer des Schimmelpalastes noch relativ gut eingerichtet sind. Auf Dauer unterscheiden sich zwar nur die Schimmelfarbtöne und nicht die Einrichtung, faszinierend war das allerdings trotzdem.

 

© Niklas Batsch

 

Überrascht hat mich dann allerdings, dass neben einem Zimmer, in dem Farn aus dem Moosboden wächst und die Wand von grünem Schimmel überzogen ist, ein Raum folgt, in dem davon wiederum gar nichts zu sehen ist. So gesehen ist der Schimmelpalast immer für eine Überraschung und Abwechslung gut. Es ist ein fazinierendes und natürlich auch teilweise ekliges Gebäude - zum Beispiel, wenn dir das erste Mal ein Wassertropfen von der Decke in den Kragen oder auf den Kopf tropft... ;-)

 

© Niklas Batsch

 

Das letzte Bild zeigt dann auch, warum ich mich immer wieder gefühlt habe wie eine Mischung aus Tatortreiniger und Besser wohnen ;-)

 

 

 

Haben euch die Bilder genauso fasziniert wie mich? Was haltet ihr von einem solchen Ort - und Fotos von ihm?
Ich freue mich über eure Kommentare! :)

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Kaja (Dienstag, 17 Oktober 2017 23:18)

    Heeey, ist das krass! O.o Jetzt verstehe ich langsam ein bisschen besser, warum viele Künstler so fasziniert von Schimmel sind. Auf deinen Fotos wirkt er teilweise echt ästhetisch. Und die Lichtverhältnisse sind oft richtig, richtig krass! O.o Zum Beispiel im fünftletzten Bild.
    Also, du merkst schon: Ich find den Ort unglaublich spannend! Toll, dass es solche Räume noch gibt. Aber ohne die Möbel hätten sie den Großteil ihrer Wirkung eingebüßt, glaub ich ...
    Fazit: Toller Ort und noch tollere Fotos - mach weiter so! :)

Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!