9 Fotospots in Cornwall.

Sommer, Sonne - Cornwall! Die Landschaft im südwestlichsten Teil Englands ist bei Landschaftsfotografen beliebt. Kein Wunder: Sie ist vielfältig und zeigt sich immer wieder von spektakulärsten Lichtverhältnissen. In diesem Blogbeitrag zeige ich dir 9 Fotospots in Cornwall, die du nicht verpassen solltest!

 

1. Lands End

Wenn du es bis hierhin geschafft hast, fühlst du dich am wie am Ende der Welt. Lands End ist der südwestlichste Zipfel von Großbritanniens Festland. Dementsprechend gut besucht ist dieser Spot auch. Ich empfehle daher, wenn möglich am späten Abend nach Sonnenuntergang zu kommen - wenn es die Reiseplanung zulässt. Den besten Blick hat man ein Stückchen weiter weg vom Massentourismus. Einfach den Pfaden zurück nach Osten folgen und eine Klippe hinauf - dann kannst du auch noch das Steintor im Wasser mit in das Bild einbauen.

Die Gebäude oben auf der Klippe sind übrigens ein kleiner, sehr trashiger Freizeitpark - verrückt, oder? Allerdings empfehle ich dir, einen größeren Weg darum zu machen und nur den Parkplatz davor zu nutzen. Lands End bietet sich auch an, dem kornischen Trail zu folgen und entweder weiter nach Osten oder Norden zu wandern und die schöne Küstenlinie zu entdecken.

 

2. Mousehole

Mousehole ist wohl das verträumteste Örtchen Cornwalls. Auch wenn hier langsam der Tourismus Einzug erhält, sollte man hier einen Stop einlegen. Am besten bietet sich hier auch der Abend an. Gerade die blaue Stunde kann man gut einfangen - vom Hafenbecken spiegeln sich die Lichter der Häuser im Wasser (wenn vorhanden ;-).

Wenn ihr schonmal dort seid, solltet ihr auch den Namensgeber des Örtchens festhalten - The Mousehole ist einfach ein Hingucker, selbst für Landschaftsfotografen ist dort ein Bild ein Muss! Übrigens: Mousehole spricht man Moosl (maʊzəl) aus.
Wenn Ebbe herrscht, könnt ihr euch das zu Nutzen machen und die Taue der kleinen Fischerboote als führende Linien verwenden - so wird der Blick des Betrachters in die Bildmitte gezogen.

 

3. Gurnards Head

Ein zum Glück sehr ruhiger Ort, der von Touristen nicht besucht wird, ist Gurnards Head. Das liegt einfach daran, dass diese Felsnase nirgends als Sehenswürdigkeit eingezeichnet ist. Für mich allerdings einer der schönsten Orte Südcornwalls. Den Head findet ihr bei Zennor (St. Ives). Parkt am besten in der Nähe des gleichnamigen Pubs und folgt dort den kleinen Footpath-Schildern. Über Kuh-Wiesen, zwischen kleinen Büschen und auf Trampelpfaden geht es dann immer weiter herunter - direkt auf die Klippen zu. Und dort habt ihr dann viele Möglichkeiten.

Die Sonne versinkt direkt im Meer, daher solltet ihr abends dort hingehen und den Sonnenuntergang genießen - am besten mit Wolken. Und kommt schon etwas früher, um alles zu erkunden, da es viele kleine Motive in allen Richtungen gibt!

 

4. Trevose Head

Der Leuchtturm am Trevose Head zählt schon wieder zu den bekannteren Motiven. Hier muss man abends seinen Platz freihalten. Allerdings bietet er von vielen Positionen eine schöne Komposition. Geht auch mal an den Strand und nehmt ein Tele mit. Ich hatte Glück und einen sehr bedrohlichen Himmel, der dem Bild Dramatik verlieh. Oben auf den Klippen wachsen vor allem im Mai viele kleine bunte Blümchen, die sich sehr gut als Vordergrund nutzen lassen.

Von den meisten Spots in Cornwall kann man gute Wanderungen an der Küste entlang starten. Ich würde euch empfehlen, immer deutlich früher zu kommen und mal ein Stück in jede Richtung zu gehen. Dann wisst ihr, wo ihr am besten fotografieren könnt und habt genug Zeit zum Aufbauen und Einrichten, bevor das gute Licht wieder weg ist. Denn: Der Sonnenuntergang taucht plötzlich auf - und ist ebenso schnell wieder weg!

 

5. Wheal Coates

Die Wheal Coates Tin Mine ist sehr, sehr touristisch, lohnt sich aber trotzdem - das Motiv der alten Zinn-Ruine auf der Klippe, darunter das tosende Meer, ist einfach der absolute Wahnsinn. Wenn ihr es schafft: Kommt früh morgens oder zum Sonnenuntergang hier hin. Mit den bunten Klippenblumen lassen sich spannende Kompositionen im Vordergrund erschaffen. Ich empfehle auch die Arbeit mit ND-Filtern. Cornwall hat viele Wolken und die geben schöne Zieher bei langer Belichtung.

Hinkommen ist hier auch einfach: Ihr müsst nur den auf Google Maps ausgeschriebenen Parkplatz finden (okay, das ist etwas schwieriger, da sind wir auch ein paar Mal dran vorbei gefahren, weil er nicht explizit auf die Wheal Coates verweist). Dann geht es einfach die Trampelpfade bergab - schon seid ihr an den ersten Ruinen!

 

6. Bedruthan Steps

Sorry, aber auch das ist wieder einer der volleren Orte - aber ein absolutes Muss für jeden Cornwall-Besucher. Die Bedruthan Steps sind bekannt für die Felsblöcke, die aus dem Meer herausragen. Versucht auch hier am Abend zu kommen, wenn die Sonne tief steht und die Wolken färbt. Nicht immer hat man die Möglichkeit, zeitlich richtig am Ort zu sein - ich war dort bei schlechtester Tageszeit: Mittag. Trotzdem ist dieses dynamische Bild dank Schäfchenwolken und blauem Himmel entstanden. ND-Filtern sei Dank!

Hier lohnt es sich, in verschiedene Richtungen zu laufen und mehrere Blickwinkel zu finden. Achtet darauf, vor eurem geplanten Besuch die Ebbe- und Flut-Zeiten zu recherchieren. Bei Ebbe kann man unten zwischen den Felsen entlang laufen - eine steile Treppe führt hinunter. Die kann man teilweise auch bei Flut hinabsteigen: Ein sehr krasses und ausgesetztes Gefühl, wenn einem plötzlich Meter-hohe Wellen, nur ein paar Zentimeter unter den Füßen, entgegenkommen. Wichtig: Standsicherheit, Ruhe und nichts riskieren!

 

7. Boscastle und Umgebung

Nach Boscastle könnt ihr bei jedem Wetter gehen. Richtig stimmungsvoll wird es dort bei Nebel und schlechtem Wetter. Eine riesige Flutwelle hat die Stadt dort vor Jahren zerstört. Wie ein Fjord dringt dort nämlich das Wasser ins Hafenbecken.

Boscastle lässt sich sehr gut mit dem Rocky Valley in der Nähe verbinden. Ein kleiner Fußmarsch im wilden Tal führt euch zu Wasserfällen und zerklüfteten Klippen, durch die ihr ans Meer gelangt. Auch hier: Ein sehr ausgesetztes Gefühl, gerade bei Regenwetter und Sturm.

 

8. Kynance Cove

... ist der Klassiker Cornwalls und das was alle mit Südengland verbinden und daher ein Muss. Auch, wenn man gegen die Menschenmassen nur mit Langzeitbelichtungen ankommt. Der Schildkrötenbuckel im Wasser ist ein geniales Motiv, vor allem, wenn die Sonne dahinter versunken ist und den Himmel in tolles Licht taucht.

Parallel zu den Felsen im Wasser gibt es eine schmale Landzunge mit kleinem Trampelpfad - so könnt ihr ein Stück weiter aufs Meer hinaus und direkt auf die Küstenlinie fotografieren. Außerdem ist dort weniger los, da das nur etwas für Schwindelfreie und Trittsichere ist!

 

9. Porth Nanven

Zum Abschluss ein kleiner Geheimtipp in der Region Zennor. Porth Nanven erfordert ein wenig Googeln und Wegrecherche, dann entdeckt man aber diesen winzigen Steinstrand, den man zu Sonnenuntergang ansteuern sollte. Dort campen auf dem kleinen Standstreifen (der als Parkplatz der Sackgasse fungiert) oftmals Wohnwagen - die haben dann mehrere Tage diesen schönen Blick.

An Porth Nanven kann man mit vielen kleinen Wasserläufen und abgewaschenen Steinen im Vordergrund spielen. Auch erhöhte Orte gibt es und bei Niedrigwasser kann man um eine Klippe gehen und von dort fotografieren. Passt aber auf, dass die Flut euch nicht den Rückweg versperrt!

 

Kommentare: 0

Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!