5 Fotospots im Südschwarzwald.

(c) Niklas Batsch
(c) Niklas Batsch

Der Nationalpark Schwarzwald ist so vielfältig wie fotogen. Im heutigen Blogbeitrag möchte ich euch mitnehmen in den Südschwarzwald und euch fünf coole Spots zum Fotografieren von Landschaften zeigen. Teilweise sind sie bekannt, teilweise aber auch eher weniger touristisch besucht. Es gibt natürlich unzählige weitere Orte und die Liste wird sicherlich irgendwann einmal aktualisiert oder erweitert. Welche Orte gefallen denn euch besonders? ;-)

 

 

Feldberg zu Sonnenuntergang. EXIF: Lumix G81, 9mm, 3/10sec, f/14, ISO200
Feldberg zu Sonnenuntergang. EXIF: Lumix G81, 9mm, 3/10sec, f/14, ISO200

Der vermutlich bekannteste Ort im Südschwarzwald ist der Feldberg. Kein Wunder, gerade im Winter ist hier eines der größten Skigebiete Süddeutschlands. Der Feldberg ist aber das ganze Jahr über Tourismus-Magnet.

Als ich an diesem Abend zum Bismarck Denkmal gelaufen bin, kam mir die Kurzwanderung von 30 Minuten stets bergauf deutlich länger vor. Der Wind pfiff und die Kälte kroch durch die Kleidung. Auf dem Weg kamen mir immer mehr Wanderer entgegen, die mich schräg angeschaut haben: Um diese Uhrzeit loszuziehen? Die Sonne ist doch gleich weg! Dies bedeutet für mich aber die schönste Zeit, um Fotos zu schießen. Und so stand ich dann alleine dort oben und habe erst einmal noch warten müssen. Von unten sah es so aus, als ob ich zu spät dran wäre und den Sonnenuntergang verpassen würde. Oben angekommen durfte ich im kalten Wind stehen und dann in Ruhe mein Equipment aufbauen.

Feldsee vom Bismarck Denkmal aus. EXIF: Lumix G81, 9mm, 1/10sec, f/13, ISO200
Feldsee vom Bismarck Denkmal aus. EXIF: Lumix G81, 9mm, 1/10sec, f/13, ISO200

Am besten lässt sich es sich beim Bismarck Denkmal fotografieren mit Blick auf den Feldbergturm am Abend. Nach Sonnenuntergang und vor/zur Blauen Stunde gibt es dort nicht nur einen einmaligen Blick, sondern auch grandiose Farben am Himmel. Bleib' dort sicherheitshalber lieber eine halbe Stunde länger, die Farben wechseln nämlich andauernd und in der Blauen Stunde ist das Licht immer noch schön.
Früh morgens zum Sonnenaufgang lohnt sich die gegengesetze Richtung zum Feldsee: Dort kann man dann einen schönen Sonnenstern in sein Foto mit einbauen.

Falls du, genau wie ich, zu früh oben sein solltest, kannst du noch ein paar schöne Fotos nach Nord-Osten schießen. Dabei lässt sich der Feldsee und der Raimartihof wunderbar in dein Bild miteinbauen. Außerdem leuchtet die Sonne dann noch die hinteren Bergketten und spätern auch die Tannen rund um den Feldsee an. Innerhalb von 20 Minuten gelangst du auch an den See hinunter - der ist aber mindestens genauso von den Touristen besucht, wie der Aussichtspunkt oberhalb ;-)

 

Ausrüstung

Sinnvoll ist hier auf jeden Fall ein Ultraweitwinkel für ein großen Bildausschnitt zum Sonnenuntergang. Auch ein Tele kann nützlich sein für die entgegengesetzte Blickrichtung, wobei ich die Komposition mit einem weitwinkligeren Objektiv lieber mag. Ein Stativ ist unerlässlich für Langzeitbelichtungen in der Blauen Stunde. Gerne auch etwas Schwereres, auf dem Berg windet es irgendwie immer! Empfehelnswert ist auch ein Verlaufsfilter.


Krai Woog Gumpen. EXIF: Lumix G81, 9mm, 30sec, f/20, ISO200
Krai Woog Gumpen. EXIF: Lumix G81, 9mm, 30sec, f/20, ISO200

Der Krai Woog Gumpen liegt nicht etwa in Asien oder fernen Fantasy-Welten, sondern hat seinen Namen aus dem Alemannischen: Er bedeutet so viel wie "laut tosender Wasserfall". Ganz so laut ist er dann doch nicht, auch wenn er ein wunderbares Fotomotiv abgibt. Weil er relativ abgelegen liegt, ist der Krai Woog Gumpen auch noch nicht so touristisch erschlossen wie beispielsweise die Allerheiligen Wasserfälle.

Als ich an diesem Morgen die wenigen Meter vom "Parkplatz" (schmaler Kiesstreifen würde es eher treffen) zum Gumpen gelaufen bin, sind mir schnell diese roten Blätter auf dem Stein am Wasserbecken aufgefallen. Da muss wohl ein Fotograf eine ähnliche Idee gehabt haben, wie ich sie mir vorgestellt habe ;-) Deshalb blieben die schön bunten Blätter auch liegen, ich habe mein Stativ aufgestellt und eine Langzeitbelichtung geschossen. Durch das sprudelnde und schäumende Wasser entstanden spannende Muster auf der glatten Oberfläche.

 

Ausrüstung

Hier lohnt ein Ultraweitwinkelobjektiv, um einen schönen Vordergrund mit in das Bild einzubeziehen. Sinnvoll ist auch ein Stativ für eine lange Belichtung sowie ein Polfilter.


Menzenschwander Wasserfälle. EXIF: Lumix G81, 9mm, 25sec, f/20, ISO200
Menzenschwander Wasserfälle. EXIF: Lumix G81, 9mm, 25sec, f/20, ISO200

Vom Krai Woog Gumpen ist es mit dem Auto dann auch kein weiter Weg zu den Menzenschwander Wasserfällen.

Hier solltest du dich entweder darauf einstellen, sehr sehr früh am Morgen oder spät am Abend zu kommen. Denn ansonsten wird es hier nur so von Touris und/oder einheimischen Wanderern wimmeln. Einen Platz auf dem nahegelegenen Parkplatz wird dann auch schwer zu ergattern.

Bonus-Tipp: Abends zur entsprechenden Saison werden die Wasserfälle angestrahlt (Mai bis Oktober: Mittwoch, Samstag und Sonntag abends) .

Die Menzenschwander Wasserfälle erstrecken sich über mehrere Etappen. Am bekanntesten ist zwar der große Wasserfall: Hier stürzt das Wasser von einer hohen Klippe in den Bach. Ich persönlich mag aber besonders diese drei kleinere Wasserälle, die unter der Brücke hindurch das Wasser in den Fluss leiten. Brücke, Wasserfälle und Bach ergeben eine schöne Gesamtstimmung. Gerade im Herbst ist dieser Spot natürlich besonders geeignet, aber auch im Winter hat die Location ihre Reize.

 

Ausrüstung

Ich arbeite hier weitwinklig, um nicht nur die Wasserfälle, sondern auch noch die Landschaft mit dem Bach aufs Bild zu bekommen. Für eine Langzeitbelichtung und das glatte Wasser ist natürlich ein Stativ Pflicht, ND-Filter empfehlen sich. Aber auch eine kurze Belichtung aus der Hand ist möglich, je nach dem, wie man das Wasser darstellen möchte.


Ravennaschlucht. EXIF: Lumix G81, 12mm, 3sec, f/20, ISO200
Ravennaschlucht. EXIF: Lumix G81, 12mm, 3sec, f/20, ISO200

Sie liegt meist im Schatten und doch ist in diesem Moment ein Sonnenstrahl durch das Blätterdach gebrochen: die Ravennaschlucht. Schier endlos kann man an ihr entlang wandern, vor allem im unteren Abschnitt ist es aber schön zu fotografieren.

Vom nahegelegenen, kostenlosen Parkplatz geht es unter der Eisenbahnbrücke hindurch in die Schlucht. Kleiner Tipp: Vom Aussichtshügel vor der Brücke lassen sich stimmungsvolle Bilder von der Eisenbahnbrücke machen. Passt man die richtige Zeit ab, lässt sich auch mittels Langzeitbelichtung der Zug bzw. die Lichter des Zugs über das Foto erstrecken.

In der Ravennaschlucht, die sich natürlich vor allem im Spätsommer und Herbst anbietet, sind immer Wanderer unterwegs. Allerdings lässt sich auch fast alle zwei Meter eine schöne Komposition finden, so dass auch - wenn wie so oft einiges in der Schlucht los ist - tolle und vielfältige Bilder entstehen können. Gerade die Wanderbrücken am unteren Ende der Schlucht lassen sich gut als führende Linien ins Bild mit einbauen.

 

Ausrüstung

Weitwinkel geht immer. Stativ zur Langzeitbelichtung ist ebenfalls sinnvoll. Aber auch mit einem Kitobjektiv lassen sich kleinere, stimmungsvolle Ausschnitte und Details einfangen. Ein ND8 oder ND64 Filter für Langzeitbelichtungen ist sicherlich auch nicht falsch.


Lotenbachklamm. EXIF: Lumix G3, 14mm, 13sec, f/22, ISO160
Lotenbachklamm. EXIF: Lumix G3, 14mm, 13sec, f/22, ISO160

Die weniger touristische Schwester der Wutachschlucht ist die Lotenbachklamm. Sie ist jedoch genauso fotogen und bietet sich vor allem an, um kleinere Wasserfälle zu fotografieren.

Ziel dieser Tour war damals für mich, den Polfilter zu testen und damit zu experimentieren. Direkt vom Parkplatz aus kommt man in die Schlucht und muss keine 30 Meter weit laufen, um schon das erste Fotomotiv zu erhalten.

Für die Klamm kann man gut ein paar Stunden einplanen: Sie ist nicht wirklich lang, dafür aber vielfältig. Außerdem kann man von ihr aus direkt weiter in die Wutachschlucht wandern.

 

Ausrüstung

8-50mm an MFT ist sinnvoll. Es gibt größere und kleinere Bildausschnitte und Kompositionen, die abgelichtet werden können. Stativ für Langzeitbelichtungen. ND8, ND64 und Pol-Filter ergänzen gut.


BONUS - Tierfotografie im Dreisamtal.

Im Schwarzwald bietet es sich natürlich auch an, Tiere zu fotografieren. Kühe gibt's hier wie Sand am Meer. Im Dreisamtal stehen die Vierbeiner auf fast jeder Wiese, man hat also reichlich Auswahl ;-) Ich habe hierbei vor allem mal testen wollen, was hier an Porttraits möglich ist. Dabei habe ich mit unterschiedlichen Perspektiven gespielt.

 

Ausrüstung

Für die Fotos habe ich einerseits ein Teleobjektiv benutzt (Bild 1). Hier bin ich etwas weiter weg in einem Pusteblumenfeld gesessen und habe die Pusteblumen als unscharfen Bokeh-Vordergrund genutzt. Bei den weiteren Bildern empfiehlt sich natürlich ein 50mm um den typischen Portrait-Look zu schaffen. Mit einer schönen Offenblende entsteht ein gelungenes Bokeh im Hintergrund. Auch hier gilt wieder: Morgens oder abends, wenn das Licht am tiefsten steht!


Das waren sie also - meine fünf Location-Tipps im Südschwarzwald für Landschaftsfotografie. Ich hoffe, ich konnte euch den ein oder anderen Spot zeigen, den ihr noch nicht kanntet, oder den ein oder anderen Tipp geben, wie dort Fotos entstehen können.

 

Möchtet ihr den Schwarzwald auch mal per Bewegtbild sehen, dann schaut euch doch mal meine Doku "Black Forest" an:

 

Lasst mich in den Kommentaren gerne wissen, was euer Lieblingsspot ist und ob ihr weitere coole Orte im Südschwarzwald kennt, die ich nicht genannt habe ;-)

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Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!