~~~ Folge 4 ~~~

Long Explorer.

(c) Long Explorer
(c) Long Explorer

 

Bei der vorletzten Folge meiner Serie freue ich mich wirklich extrem über einen ganz tollen Fotografen und Instagramer: Long Explorer zeigt uns seinen außergewöhnlichen und faszinierenden Bildstil und nimmt uns mit in eine Eishöhle - gleichzeitig macht er auch bewusst, dass so etwas nicht ungefährlich ist.

 

Wer als Landschafts- und Reisefotograf auf Instagram aktiv ist und erfolgreich sein will, der muss viele gute Bilder abliefern. Idealerweise ein oder mehr Bilder pro Tag. Klingt anstrengend und nach einer Menge Arbeit? Ja das ist es definitiv! Ich habe mich dazu entschieden, mich auf dieses Spiel einzulassen. Auch wenn mir bewusst war, dass das richtig viel Arbeit bedeutet. Die Sache bringt jedoch einen riesen Vorteil: Man ist mehr unterwegs als je zuvor. Einerseits benötigt man viele abwechslungsreiche Bilder, andererseits macht es auch unglaublich Spaß, regelmäßig rauszugehen um die schönsten Orte für sich zu entdecken.

 

Seitdem ich angefangen habe, bin ich an viele unterschiedliche Orte gekommen, die mich sehr oft gepackt und begeistert haben. Darunter viele in Island, Kanada und Amerika. Doch kein Ort hat mich so sehr fasziniert wie der, den wir Ende August 2018 entdeckt haben. Dabei ist der Ort nicht einmal weit entfernt, sondern von Freiburg aus innerhalb weniger Stunden zu erreichen. Komplett unentdeckt von den Touristenmassen im Kanton Wallis gibt es einen Eingang der einen in eine andere Welt führt.

 

Um dorthin zu kommen ging es erst einmal mit der überteuerten und überfüllten Seilbanhn ab Fiesch hoch zur Bergstation Eggishorn. Immer noch abgeschreckt von den Touristenmassen, machten wir uns auf Weg zum Märjelensee. Ein schmaler Pfad führte uns entlang des Aletschgletschers immer weiter in Richtung der Berge Jungfrau, Mönch und Eiger. Nach zweieinhalb Stunden ging der Pfad tiefer hinunter und wir erreichten den Märjelensee, der im Vergleich zur umliegenden Landschaft aber eher wenig spannend ist. Von dort aus verließen wir den Pfad und stiegen weiter hinunter, um zum Rand des Gletschers zu gelangen. Und da war es: Eine kleine Öffnung an der Seite des Gletschers, zur Hälfte eingestürzt.

Der Gefahr bewusst gingen wir trotzdem durch die kleine Öffnung, die nicht einmal mannshoch war. Wir betraten den Gletscher und der Anblick der sich uns bot brachte uns aus dem Stauen gar nicht mehr heraus. Um uns waren kristallklare blaue Wände, die durch das hineinscheinende Licht funkelten. Bizarre Eisformationen ragten aus den Wänden, blau und klar wie ein Saphir.

Wir drangen weiter in die Höhle ein, bis es etwas tiefer hinunter ging. Dort gab es einen kleinen Wasserfall, der jedoch nicht rutschig, sondern begehbar war. Dachten wir zumindest. Einer von uns rutschte aus und glitt hinunter, konnte jedoch unverletzt wieder nach oben klettern. Je tiefer man in den Gletscher kam, desto mehr begann das Eis zu leuchten. Ein beeindruckender Anblick, den ich so nie vergessen werde. Wir verbrachten so viel Zeit wie möglich in dem Gletscher, um alles ganz genau zu betrachten. In dem Eis findet man nämlich immer wieder Steine und andere Objekte, die seit vielen tausenden Jahren eingefroren sind. Nach knapp zwei Stunden begann die Dämmerung und wir machten uns auf den Rückweg um die letzte Bahn nach unten zu erwischen.

 

Das war auf meiner dreiwöchigen Reise wirklich das absolute Highlight. Schade nur, dass es die Höhle nicht mehr all zulange geben wird: Denn Gletscherhöhlen entstehen und verschwinden im Sommer ganz schnell und existieren oft nur für wenige Jahre.

 

(c) Long Explorer
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Long Huang ist Landschafts- und Reisefotograf und verbindet das mit Instagram. Knapp 24.000 Menschen begeistert er dort mit seinen Bildern. Long kommt aus Freiburg und arbeitet bei der Werbeagentur Visual Creators.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Kaja (Samstag, 29 September 2018 21:42)

    Woow, das ist echt beeindruckend! O.o Vor allem der Kalt-Warm-Kontrast.
    Und ich hätte nie gedacht, dass es in der Schweiz entstanden ist. Respekt, es ist bestimmt nicht einfach, einen so tollen Ort zu entdecken - und ihn dann auch noch entsprechend einzufangen! :)

Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!