~~~ Folge 2 ~~~

Against the Light.

(c) Against the Light
(c) Against the Light

Staffel zwei, Folge zwei - dieses Mal mit "Against the Light". Es geht nach Nienhagen in den Gespensterwald. Dort erklärt Anskar,  wie er dieses stimmungsvolle Foto geschossen hat.

 

Ich habe speziell dieses Foto ausgewählt, weil es mich selbst in den letzten Monaten Fotografie vorangetrieben hat und eine kleine Background Geschichte liefert.

Das Foto entstand im Mai im Gespensterwald an der Ostsee. Wir, meine Freundin und ich, haben die Nacht zuvor auf einem Zeltplatz ganz in der Nähe verbracht und es war ein recht kalter Morgen. Gegen 4 Uhr mussten wir uns aus dem kuscheligen Zelt in die Kälte quälen und noch ein kleines Stückchen fahren bevor wir dann das letzte Stück liefen. Die Location haben wir schon am Vorabend ausgecheckt, wie wir es oft machen. Morgens bleibt oft nicht viel Zeit, bis das Licht perfekt ist und dementsprechend möchten wir keine Sekunde zum Suchen des perfekten Spots verschwenden.

Nach einer ganzen Weile Fotografieren im Weitwinkel, bei absolut perfekten Lichtverhältnissen sind tolle Fotos entstanden, aber irgendwas hat gefehlt… Ich kam aber beim besten Willen nicht drauf was, und so wurde erstmal die Drohne in den Himmel geschickt. Nachdem die Lage von oben gecheckt wurde und wieder wundervolle Fotos entstanden sind, war ich trotzdem noch immer nicht 100% zufrieden.

 

Wir waren an diesem Morgen nicht komplett alleine an der Location. Wir teilten sie uns mit einem weiteren Fotografen und gaben unser Bestes, uns nicht gegenseitig im Weg zu stehen. Wie es aber manchmal so ist, muss man sich doch ab und an mal gegenseitig vor die Linse laufen. Später kamen wir dann noch mit ihm ins Gespräch und uns fiel auf, dass er im Gegensatz zu mir (Weitwinkel) mit einem 200mm Tele-Objektiv arbeitete. Erst fragte ich mich: „Warum, was soll das hier bringen?“, wurde dann aber schnell aufgeklärt, als er mir eines seiner aufgenommenen Bilder zeigte. Das Foto bildete meine Freundin ab in dem Moment, als sie ihm vor die Linse lief. Und es sah einfach nur fantastisch aus! Das gewisse Etwas, das in meinen weitwinkeligen Bildern gefehlt hat, kam hier richtig zur Geltung. Durch die Tele-Linse wurde die Stimmung, die Tiefe, das Licht und die Diesigkeit viel besser dargestellt.

Prompt holte ich mein Sigma 60mm 2.8 raus, da es das längste Objektiv in meinem Rucksack war. Zum Glück war das Licht noch immer einzigartig, so dass das obige Bild zusammen mit vielen anderen tollen Bildern entstehen konnte.

Für mich war diese Begegnung sehr wichtig. Denn nur so habe ich wieder etwas gelernt und nur so sind diese Bilder entstanden. Ich selbst fotografiere erst seit einem Jahr und auch in 10, 20 oder 50 Jahren werde ich noch über jeden Tipp dankbar sein!

 

Mit dem Foto möchte ich euch also 3 Tipps mit auf den Weg geben:

 

1. Egal wie erfahren man ist, man lernt niemals aus! Lernt von anderen, anstatt zu denken „was machen die denn da. Das ist ja total falsch…“.

 

2. Es gibt wichtigere Dinge beim Fotografieren als teures Equipment. Vor allem die Lichtstimmung, Erfahrung und Kreativität finde ich persönlich am Wichtigsten.

 

3. Das Nachbearbeiten ist wichtig, aber nicht das Wichtigste! In dem Fall musste ich im Nachhinein nicht mehr viel machen, aber ein solches Bild entsteht auch nicht am Computer. Es entsteht vor allem durch die ersten beiden Tipps. Früh aufstehen, das Licht einfangen, kreativ sein und Erfahrungen sammeln!

 

(c) Against the Light
(c) Against the Light

Anskar Lenzen hat grade sein Studium „Wildlife Management“ in Holland abgeschlossen und nutzt seine Freizeit für das Fotografieren von Landschaften. Zusammen mit seiner Freundin Lea betreibt er eine Website über Fotografie, nachhaltiges Reisen und Wildlife.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Kaja (Samstag, 29 September 2018)

    Was für ein märchenhaftes Foto! O.o Es erinnert mich irgendwie total an das Buch "Niemand liebt November" von Antonia Michaelis.
    Und jaah, die Person macht es wirklich erst besonders. Dadurch hab ich das Gefühl, dass das Bild nicht irgendeine Geschichte erzählt, sondern ihre. Und was für ein Glück, dass sie an dem Tag so wunderbar passende Kleidung getragen hat! :D

Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!